Bei der CMT, der Messe für Touristik in Stuttgart, gab es auch dieses Jahr nicht nur eine Menge Wohnwagen und mögliche Urlaubsziele zu sehen, sondern auch vielerlei regionale Attraktionen. Schließlich hat auch s’Ländle viel Interessantes zu bieten, mit dem sich Touristen locken lassen. In Halle 6, wo sich der Zollernalbkreis präsentierte, ging ebenso ein Mann aus Stein unter die Aussteller.

Jürgen Schollian ist nicht nur im Brauchtumsgremium des Narrenfreundschaftsrings Zollern-Alb tätig, sondern auch aktiver Narr bei den Sadbolla im Hechinger Stadtteil an der Starzel. Ohne ihn würden die Sadbolla nicht so aussehen, wie die Fasnetsfreunde sie kennen, denn von Schollian stammen alle Holzmasken der Zunft.

Der 71-Jährige hat sich ein Hobby ausgesucht, das nicht gerade als gewöhnlich gilt und mit dem er seit Jahren ein traditionsreiches Brauchtum am Leben hält – das Maskenschnitzen. Im Zollernalbkreis kennt sich wohl kaum jemand so gut mit den Holzlarven – wie man die Narrenmasken nennt – und deren Bearbeitung aus wie Schollian. Der gebürtige Steinemer nahm sich ein Beispiel an seinem Vater Franz Schollian, der die ersten Masken aus Pappmaché formte. Das Schnitzen aus Holz brachte sich Schollian aber größtenteils selbst bei. Seit dem Schnitzen seiner ersten Maske entwickelte sich sein Talent und Können immer weiter. Mittlerweile macht Schollian dabei von der Auswahl des richtigen Holzes über das Zuschneiden, Kleben, Schnitzen und Bemalen der Masken alles selbst. An einer Erwachsenenlarve arbeitet er deshalb etwa 35 bis 40 Stunden.

Sein „Narrenkeller“ quillt über

Doch nicht nur Sadbolla-Larven stammen aus seiner Hand. Ihn reizt es besonders, Masken von anderen Zünften zu schnitzen, von denen er nur Bilder oder kleine Replikate hat. Und das gelingt ihm jedes Mal bis ins kleinste Detail. Kein Wunder, dass Schollians „Narrenkeller“ mittlerweile schon fast überquillt.

Ein paar seiner Werke nahm er mit nach Stuttgart und stellte dort sein Können den Messebesuchern unter Beweis, die mit großem Interesse über so viel Geschick staunten. Unterstützt wurde er dabei von Ringpräsident Walter Sieber und dessen Präsidiumsmitglied Karl-Anton Weinreich.

35


bis 40 Stunden: So lang arbeitet der Steinemer Maskenschnitzer Jürgen Schollian üblicherweise an einer Fasnetsmaske, die für einen Erwachsenen gedacht ist.