Weil es am Freitag um die Mittagszeit so kräftig schüttete, hatte das Rathausteam sogar eine Absage der Einweihungsfeier am Martinsberg erwogen. Dann blieben die Stadtoberen aber mutig – und wurden belohnt: Pünktlich zum Start des Rundgangs über den wunderschön neu gestalteten Figurenpfad brach sich die Sonne Bahn. Der Grasweg durch die Wacholderheide schlammte zwar rasch ein, aber nass wurde an diesem Nachmittag in der Natur niemand. Trotz des zweifelhaften Wetters waren viele Dutzende Neugierige gekommen, um bei der Wiederbelebung des vor 42 Jahren von der Bürgergarde geschaffenen märchenhaften Ausflugszieles dabei zu sein. Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und Gardehauptmann Wolfgang Stooß freuten sich unisono über den Andrang bei Froschkönig, Rumpelstilzchen und den Bremer Stadtmusikanten. Eine große Schar Kinder war dabei, um sich von der Märchenerzählerin Sigrid Maute berichten zu lassen, was die Helden der Grimmschen Geschichten noch heute tun, „wenn sie nicht gestorben sind“. Aber auch einige ältere Hechinger überzeugten sich davon, was aus dem Bürgerstolz der 70er-Jahre geworden ist. Absoluter Senior und vielbeklatschter Ehrengast: der Stahlkünstler Wilfried Rexze aus Ammerbuch-Pfäffingen, der die Märchenfiguren einst im Auftrag der Bürgergarde geschaffen hat. „Es freut mich, dass alles so schön geworden ist“, sagte der 83-Jährige. An den Vater der Naherholungs-Attraktion am Martinsberg erinnerte Wolfgang Stooß. Er meinte, Vitus Mayer, der damalige Gardehauptmann, „hätte sicher eine Riesenfreude, wenn er sehen könnte, dass seine Idee von 1968 nach so vielen Jahren noch lebt“. Bürgermeisterin Bachmann wiederum nannte alle, die jetzt daran beteiligt waren, dass der Märchenpfad aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden konnte: vorneweg den städtischen Betriebshof, den Otto Dieringer repräsentierte, den Forstbetrieb um Revierleiter Rainer Wiesenberger, das Sachgebiet Tourismus und Kultur um Anke Gärtner, die Sponsoren und die beteiligten Fachbetriebe: die Schlosserei Polossek, Maler Bogenschütz und Welzel Gartengestaltung. Die vielen Jahre, stellte die Rathauschefin fest, seien an Schneewittchen und Co. nicht spurlos vorübergegangen. Eine „Aufhübschung“ sei dringend nötig gewesen. Sämtliche Märchenfiguren wurden neu verzinkt, pulverbeschichtet und neu bemalt. Im Zuge der Restaurierung wurde auch so manches verloren gegangene Körperteil ersetzt. Neu angelegt wurde ein schöner Eingangsbereich. Insgesamt, so Bachmann, sei ein „Ausflugsziel mit Verweilqualität“ entstanden. Am Freitagnachmittag trugen zur Verweilqualität viele Akteure bei: Der Jugendfanfarenzug unter der Leitung von Markus Best eröffnete die Feier. Flötenkinder der Jugendmusikschule bereicherten die Auftritte der Märchenerzählerin Sigrid Maute, der Seifenblasenclown „Klaus Klücklich“ ließ seine farbenprächtigen Gebilde über die Köpfe schweben, und auch kulinarisch kamen die Freunde von Prinzessinnen, Zwergen und Hexen auf ihre Kosten. Das Rathaus-Team servierte zum Kaffee Käsekuchen und teilte Vespertüten mit dem Märchenpfad-Logo aus. Info: Zu erreichen ist der Hechinger Märchenpfad über die Niederhechinger Straße. Vor dem Schützenhaus geht’s rechts ab. Vorbei am Eisweiher, findet man den Parkplatz.