Hechingen / DIETMAR WIEDER  Uhr
Atemberaubende Flugszenen und exzellente Zielgenauigkeit waren bei den Flugtagen des Modellflugclubs Hohenzollern- Hechingen zu bestaunen. Die ferngesteuerten Fallschirmspringer waren ein Hingucker.

Das Flugspektakel des Modellfliegerclubs Hohenzollern begann am Samstag mit einem echten Hingucker: Der Hohenzollern- Cup für Modellfallschirmspringer zeigte echten Luftfahrtsport, der die zahlreichen Zaungäste regelrecht in ihren Bann zog. Über 40 Teilnehmer aus dem gesamten süddeutschen Raum und den angrenzenden Ländern Tschechien, Schweiz, Holland und Österreich haben für diesen internationalen Wettbewerb gemeldet.

Der Wettbewerb zählt mitunter zur European-Para-Trophy für ferngesteuerte Fallschirmkameraden. Mit einem Schleppflugzeug wurden die Modellfallschirmspringer auf Höhe gebracht und klinken dann ferngesteuert aus. Die Flughöhe der Schleppflieger variierte zwischen 250 und 400 Meter, ehe der Fallschirmspringerpilot mit der Fernsteuerung am Boden das Kommando zum Ausklinken gab. Nach einem kurzen freien Fall öffnete sich der Schirm des mit Technik vollgestopften Springers. Im Anschluss lag es an dem Piloten, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Fallhöhe richtig einzuschätzen, um den sinkenden Kammeraden möglichst nah im Zentrum des Zielkreises zu platzieren.

Nach vier Wertungsdurchgängen standen in den Klassen die Sieger fest. Den ersten Platz in der Herrenwertung sicherte sich Stefan Schuler aus Schlatt, vor Michael Knappe und Pieter Visser aus den Niederlanden, der auch bester ausländischer Teilnehmer war. Bei den Damen errang Saskia Visser aus den Niederlanden Platz eins, gefolgt von Cornelia Boxdörfer und Laura Klaile. Janis Türk sicherte sich in der Jugendwertung den ersten Rang, gefolgt von Lokalmatador Philipp Schuler aus Schlatt. Die Sieger und Platzierten erhielten Pokale und Urkunden.

Die tollkühnen Männer mit ihren fliegenden Kisten zeigten am Sonntag beim traditionellen Flugplatzfest mit Flugvorführungen was in den Flugzeugen steckt. Die High-Tech-Fluggeräte konnten in einer Ausstellung am Boden bestaunt werden. Ein echter Blickfang war die legendäre F100 Super Sapre von Jürgen Sickinger. Ein detailgetreuer Nachbau des ersten Überschallflugzeuges der amerikanischen Armee aus dem Jahr 1955. Nicht minder interessant war die turbinenbefeuerte Air Macci von Olaf Bausinger, die mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit ihre Runden über dem Nasswasen zog.

Fragen über Fragen hatten die Besitzer der Fluggeräte zu beantworten. Wie viel Pferdestärken hat der Motor und welcher Sprit wird verbrannt? Die Flugprofis des Modellflugclubs hatten auf jede Frage die passende Antwort.

Doch die Modellflugzeuge sind nicht für den Boden bestimmt, sondern werden von ihren Besitzern in liebevoller Kleinarbeit gebaut, um hoch in die Lüfte zu steigen. Am Himmel zogen die ferngesteuerten Modelle dann auch ihre Loopings, flogen rücklings oder in einem wahnsinnigen Tempo im Tiefflug über das Nasswasengelände. Selbst der berühmteste Zeichentrick-Hund Lupo drehte am Himmel seine Bahnen und sorgte für allerlei Gelächter.