In der Tat begann am späten Nachmittag vom Rathaus-Vorplatz Schunkelmusik aus der Konserve zu dröhnen. Ein gutes Dutzend Narren aus verschiedenen Hechinger Gruppierungen hatte sich dort versammelt, mit zwei Schleppern und Wagen, in voller Präsenz und mit Abstand, um ein trotziges Signal zu senden: „Oh jerum, dia Fasnet hot a Loch“.

„RIP Lombamedig 2021“

An einem großen Holzkreuz und auf einem mit Bierflaschen dekorierten Sarg ließ man den „Lombamedig 2021“ in Frieden ruhen. Die Erläuterung dazu gab’s auf einem Laken: „Mit diesem Sarg, lasst euch sagen, werden wir Corona für immer begraben, denn wegen diesem Corona-Ding ist unsere ganze Fasnet hin. Doch eins wollen wir euch sagen: 2022 wird unsere Fasnetsstund’ schlagen.“

Eine trotzige närrische Botschaft

Eine Botschaft, die von närrischem Durchhaltewillen zeugt. Dass am heutigen Fasnetsdienstag, in nichtpandemischen Zeiten ein weiterer Hoch-Tag der Hechinger Fasnet, große Umzugsgruppen die Staig hochziehen, ist eher nicht zu erwarten. Dafür gibt’s um 10.30 Uhr eine hybride Narrenmesse in der Stiftskirche – und im Übrigen Digitalfasnet: Um 14 Uhr stellt die Narrhalla ein digitales Landschaftstreffen ins Netz, um 18 Uhr wird dann das Pestmännle virtuell verbrannt. Und dann ist das Loch, das die Fasnet hat, noch viel, viel größer.