Zum Antrag von Michael Ashcroft (CDU), die Hundesteuersatzung, speziell die Einstufung des Rhodesian Ridgeback als gefährliche Hunderasse, nochmals im Haigerlocher Gemeinderat zu diskutieren, meldet sich FW-Gemeinderätin Anne Judersleben zu Wort. Sie ist der Ansicht, dass die Kategorisierung von Hunden grundsätzlich zu hinterfragen ist, und plädiert für einen Hundeführerschein.

Sie schreibt: „Es ist richtig, dass der Rhodesian Ridgeback (RR) von 1992 bis 2002 auf der Liste in Bayern stand. Ebenso ist richtig, dass der RR weiterhin auf Listen in Österreich und der Schweiz steht. Zur Geschichte der Entstehung der Hunderasse habe ich ebenfalls Informationen eingeholt. Der auf dem damaligen Rhodesian einheimische Hund wurde mit den Mastiffs, welche die europäischen Siedler mit nach Afrika brachten, eingekreuzt. Der Mastiff steht auf der Liste in Baden-Württemberg in der Kategorie 2 (in Einzelfällen möglicherweise gefährlich).

Drei weitere Hunde sind betroffen

In Haigerloch ist ein einziger Hundehalter bekannt, der einen RR hält. Darüber hinaus gibt es sechs weitere Hunde, die von der neuen Hundesteuersatzung betroffen sind. Von den Hundehaltern des Dobermann und der beiden Rottweiler haben scheinbar weder die Freien Wähler, CDU- und SÖL-Angehörige geschweige denn die Stadtverwaltung eine Beschwerde zum Thema erhalten? Diese sind nämlich ebenfalls betroffen, würde man die in Baden-Württemberg gelisteten Hunde als Maßstab für die Entscheidung einer höheren Besteuerung aufgrund vermeintlicher Gefährlichkeit heranziehen. Nach welchen Gesichtspunkten trifft man also eine Entscheidung?

Wissenschaftlich ist nicht bewiesen, dass eine Hunderasse gefährlicher ist als eine andere. Dies heißt, dass die ganze Kategorisierung in gefährlich/ungefährlich hinterfragt werden sollte. Mein Vorschlag wäre, in Richtung eines „Hundeführerscheins“, wie es auch schon anderen Ortes angedacht wurde, weiterzudenken. Dass man möglichst qualifizierte Einteilungen vornimmt: beispielsweise nach dem Erfahrungsstand des Hundebesitzers (Neuhundebesitzer/mit Erfahrung/mit viel Erfahrung). Man hätte aber auch eine Wesensprüfung zulassen können, um so auch dem Halter des Hundes die Stigmatisierung bzw. den Imageverlust zu nehmen. Dagegen haben sich jedoch die Mehrheit der Gemeinderäte bewusst entschieden.

Demokratischer Diskurs ist zu begrüßen

Ich finde es etwas irritierend, dass man in Haigerloch nur aufgrund eines Hundehalters eine Entscheidung revidieren möchte, die vor Ablauf einer gewissen Frist nicht zu ändern ist (Sperrfrist). Weiterhin fällt auf, dass es sich nur um diesen einen Hund handelt, obwohl noch drei andere Hunde betroffen sind (Rottweiler, Dobermann, Kangal).

Das einzig Gute an dieser Debatte ist: Dass sich nun alle Gemeinderatsmitglieder eingehend mit dem Thema Hund, Hunderasse, Hundesteuer befassen, und außerdem ein demokratischer Diskurs zum Thema – auch öffentlich – stattfindet.

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