Zollernalbkreis Lehrermangel droht

Zollernalbkreis / HANNES MOHR 24.08.2012
Trotz genügend Pädagogen an Berufsschulen könnte Lehrermangel drohen. Der Zollernalbkreis bekommt im Notfall von Stuttgart zusätzliche Deputate.

Der Grund für einen möglichen Lehrermangel sind Schüler, die sich erst sehr spät für eine Berufsausbildung oder eine schulische Laufbahn an einer beruflichen Schule entscheiden, meint das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung. Im Zollernalbkreis mach man sich grundsätzlich keine Sorgen: "Mit der aktuellen Lehrerversorgung kann der Pflichtbereich abgedeckt werden", sichert der Haupt-, Kultur- und Schulamtsleiter am Landratsamt, Karl Wolf, zu. Und das, obwohl es arbeitsmarktbedingt einen leichten Lehrerengpass in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule gebe.

Schon in der Vergangenheit war die Lehrerversorgung der beruflichen Schulen im Zollernalbkreis gut. Laut Regierungspräsidium Tübingen betrug der Anteil an Fehlstunden im vergangenen Schuljahr zweieinhalb Prozent. Zum Vergleich: Der landesweite Durchschnitt liegt bei 4,1 Prozent. "Wir gehen davon aus, dass sich die Unterrichtsversorgung im Zollernalbkreis auch im neuen Schuljahr nicht verschlechtern wird", erklärt der Pressesprecher der Tübinger Landesbehörde, Dr. Oliver Knörr.

Ob aber ein Mangel bestehen wird, kann erst am Ende der zweiten Schulwoche festgestellt werden. Wenn die Schüleraufnahme abgeschlossen ist, wird klar sein, wie viele Klassen es geben wird. Karl Wolf geht von einer rückläufigen Schülerzahl aus. Den Grund erklärt Oliver Knörr so: "Durch die Veränderungen an den Werkrealschulen gehen wir davon aus, dass die Zahl der Klassen in berufsvorbereitenden Schularten wie das Berufseinstiegsjahr zurückgehen wird." In der Folge könnten Klassengrößen unter die kritische Grenze von 16 Schülern sinken. "In diesem Fall werden wir kreisübergreifende Angebote einrichten", sagt Karl Wolf.

Sollten, anders als erwartet, die Lehrer knapp werden, springt das Kultusministerium ein. Es stellt jedem Regierungspräsidium zusätzlich 25 Deputate zur Verfügung, um den Mangel kurzfristig abdecken zu können. Diese Deputate, gesetzt den Fall sie müssen im Zollernalbkreis in Anspruch genommen werden, sollen auf die in Teilzeit arbeitenden Lehrer verteilt werden. Vorausgesetzt, diese sind einverstanden. "Die Einstellung von weiteren Lehrkräfte ist nicht vorgesehen", betont Oliver Knörr. Eventuell würde man auf pensionierte Lehrkräfte zurückgreifen, die den kurzfristigen Mangel ausgleichen sollen.

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