Hechingen Legendentreff am Neckar

Hechingen / ERNST KLETT 28.08.2012
Vor 14 Tagen St. Wendel, eine Woche zuvor auf dem Sachsenring. Und übernächsten Sonntag bei der Retromotor in Tübingen. Die Hechinger Motorradlegende Horst Burkhardt kommt weiterhin mächtig herum.

Rainer Klink, der Macher des Tübinger Automuseums Boxenstop, ist beinahe schon so bekannt wie die Oldtimer auf vier und zwei Rädern, die er in der Brunnenstraße ausstellt. Seinen Ruf hat er aber nicht allein vom Museum selbst, sondern vielleicht einen Tick mehr von der Retromotor. Das ist das Treffen mit historisch wertvollen Teilnehmern - was sowohl die Fahrzeuge wie auch die Fahrer anbetrifft. Da gibt es keine Rennen, sondern Demoläufe. Es geht nicht um Platzierungen, sondern ums Erleben - für die Teilnehmer ebenso wie für die in der Regel sehr zahlreichen Zuschauer.

"Die Retromotor ist Kult. Seit vielen Jahren. Denn sie war von Anfang an mehr als nur die Zusammenkunft von Liebhabern alter Autos und Motorräder". Dies schreibt Rainer Klink in seiner Einladung zur 23. Retromotor-Ausgabe, die vom 7. bis 9. September in Tübingen stattfindet. Es ist zwar noch ein Stück hin zum Silberjubiläum. Und doch haben die Boxenstop-Macher in diesem Jahr mächtig zugelangt. Sie wollen etwas Einmaliges bieten und haben "Gas gegeben wie nie zuvor": Auf dem "Circuit dAu", so nennen sie den 1,2 Kilometer langen Rundkurs auf öffentlichen Straßen im Tübinger Gewerbegebiet an der B 27 Richtung Stuttgart, wird am Sonntag, 9. September, von 9 Uhr bis 18 Uhr ein Motorradstarterfeld präsentiert, das ziemlich einmalig sein dürfte. Zugesagt für den sagenhaften Lauf am Neckar haben zahlreiche Weltmeister, Grand-Prix-Sieger und Grand-Prix-Fahrer. Prominent mittendrin: Horst Burkhardt aus Hechingen. Dem Besitzer des gleichnamigen Fiat-Autohauses sieht man seine 74 Lenze bei weitem nicht an, und doch ist vor etwas über 50 Jahren zwei Mal Vizeweltmeister im Gespann mit dem Schweizer Fahrer Fritz Scheidegger geworden.

Nach einem Unfall 1962 auf der Isle of Man hat er das Rennen an den Nagel gehängt, das Motorradfahren selbst aber nie aufgegeben. Und im Zuge der allgemeinen Rennnostalgiewelle beteiligt sich Burkhardt nun schon seit sieben Jahren wieder munter an den Oldtimerveranstaltungen. Der Hechinger wird fleißig eingeladen zu diesen Läufen. Und da kommt man rum: Sachsen, Saarland, Belgien (Spa), zählt der Hechinger auf. Manchmal, aber nur manchmal ist ihm die Anfahrt dann aber doch zu weit. Die Wiederbelebung der einst so beliebten Motorradrennen kommt an beim Publikum von heute, auch beim jüngeren. In St. Wendel waren es annähernd 20 000 Besucher. Die erfreuen sich an den Fahrerlegenden und an den Maschinen - in der Regel die Originale von einst. Horst Burkhardt hat eine 500er Benelli mit 68 PS im Stall stehen, und der dreifache Weltmeister Luigi Taveri hat ihm jüngst eine Honda besorgt, die 18 000 Umdrehungen macht.

Weitere Namen? Noch mehr Titel? Damit kann die Retromotor dienen. Zugesagt haben unter anderem der 15-fache Weltmeister Giacomo Agostini, Jim Redman (sechsfacher Weltmeister) und Dieter Braun (zweifacher Titelträger) - sowie weitere acht Weltmeister. Hinzu kommt ein Trio mit der italienischen Supermarke MV Agusta, und zwar der zweimalige Grand-Prix-Sieger Gianfranco Bonera, der berühmte Rennmechaniker Lucio Castelli und Giovanni Magni, der Sohn des MV-Rennleiters Arturo Magni. Mit im Gepäck haben die Italiener Piero Laverda, den früheren Chef des gleichnamigen Herstellers.

Und dann zählt Rainer Klink "unsere deutschen Asse" auf. Gleich nach "Mister Superbike" Peter Rubatto kommt Horst Burkhardt. Weiter gehts in der Liste mit Heiner Butz (drei Mal Deutscher Meister und Grand-Prix-Fahrer), Lothar John (Deutscher Meister) und dem Reutlinger Gert Bender, der ebenfalls drei Mal Meister war.

Info www.boxenstop-tuebingen.de

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