Hechingen Einbrüche: Angeklagter gibt sich ahnungslos

Fortgesetzt wird der umfangreiche Prozess vor dem Landgericht Hechingen am Montag, 10. September, um 9 Uhr.
Fortgesetzt wird der umfangreiche Prozess vor dem Landgericht Hechingen am Montag, 10. September, um 9 Uhr. © Foto: Archiv
Hechingen / Matthias Badura 07.09.2018
Im Prozess um die überregionale Einbruchsserie von 2017 gab es am Donnerstag eine Erklärung.

Der Angeklagte mit der italienischen Staatsbürgerschaft hat wenig mit der Einbruchsserie zu tun, über die derzeit noch immer am Landgericht Hechingen verhandelt wird. Der Mann wusste zwischen Oktober und Dezember vergangenen Jahres lange Zeit nicht, dass seine beiden Bekannten aus Albanien in der gesamten Region in Häuser einbrechen, Schränke und Schubladen durchwühlen und mitnehmen, was nur irgendwie von Wert erscheint: Vom Kindersparschweinchen bis zur echten Gold- und Perlenkette!

Er hatte den beiden Mitangeklagten nur sein Auto geliehen. Woher sollte er wissen, was sie damit anstellen? Und wenn sie zu dritt unterwegs waren, dann war ihm nicht klar, was die zwei taten, wenn sie ihn für geraume Zeit allein ließen.

Als ihm dann das Ausmaß dämmerte – das war kurz bevor sie alle drei im Dezember aufflogen – war er mit dem Treiben nicht einverstanden. Die Beutestücke, welche die Polizei später bei ihm fand, hat er nur gefallenhalber für die anderen aufbewahrt.

War es so? Zumindest, wenn man der Erklärung glaubt, die der Angeklagte am Donnerstag von der weiblichen Hälfte seines Anwaltsduos vor dem Landgericht Hechingen verlesen ließ. Die Schilderung entspricht ein Stück weit dem, was einer der beiden mitangeklagten Albaner der Kammer schon zu Beginn des Prozesses dargelegt hatte. Der Italiener, der den größten Teil seines Lebens in  Deutschland verbracht hat, war demnach bei der Einbruchsserie eine Nebenfigur. Allerdings entsprechen diese Schilderungen gar nicht den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Staatsanwalt Markus Engel selbst hatte schon früher eingeworfen, dass die Geschichten vom ahnungslosen Chauffeur und Aufbewahrer wenig logisch klingen.

Daneben wurden am Donnerstag weitere Zeugen gehört, Einbruchsopfer, aber auch eine Rottweiler Kriminalbeamtin, die bei der Aufklärung der insgesamt 22 Fälle, die dem Trio zur Last gelegt werden, beteiligt war. Die drei Angeklagten standen, kurz bevor sie im Dezember in Ofterdingen und in Hechingen verhaftet wurden, bereits unter Überwachung. Die Polizei kontrollierte ihre Telefongespräche und Fahrten. Den Verlauf dieser Fahrten listete die Beamtin nun für das Gericht akribisch auf.

Fortgesetzt wird der umfangreiche Prozess unter dem Vorsitz von Richter Dr. Hannes Breucker am Montag, 10. September, um 9 Uhr.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel