Der Oktober ist vorbei, und Burladingens Bürgermeister Harry Ebert ist noch im Amt – obwohl er seinen Mitarbeitern im Rathaus in einer förmlich einberufenen Versammlung im Juli seinen Rücktritt zum 31. Oktober angekündigt hatte.

Rücktritt vom Rücktritt?

Die HZ hatte bereits am Mittwoch darüber berichtet, dass Ebert die von ihm selbst gesetzte Frist verstreichen ließ. Zum Monatswechsel spekuliert die überregionale Presse nun über den „Rücktritt vom Rücktritt“ des einzigen AfD-Bürgermeisters von Baden-Württemberg.

Als Quelle dafür, dass Ebert noch kein Rücktrittsgesuch eingereicht hat, zieht die Deutsche Presse-Agentur den Landrat des Zollernalbkreises heran. „Uns liegt nichts vor“, erklärte Günther-Martin Pauli auf Nachfrage – und kritisierte im selben Atemzug Eberts Verhalten. „Ich erwarte von einem Bürgermeister, dass er zu seinem Wort steht.“

Ebert, seit 1999 im Amt und noch bis Frühjahr 2023 gewählt, hatte seinen – angeblichen – baldigen Rückzug mit gesundheitlichen Problemen nach seinem schweren Mountainbike-Sturz begründet. Dass er seine Ankündigung zumindest im Sommer noch ernst meinte, belegte auch ein Vorabdruck des Burladinger Amtsblattes mit einer fertig formulierten Rücktrittserklärung zum 1. November 2019 – die Ebert freilich in letzter Sekunde vor der amtlichen Veröffentlichung zurückzog. Seither hat das Stadtoberhaupt immer wieder mit dem Rücktrittsdatum kokettiert und auch den Gemeinderat, das Haupt­organ der Gemeinde, absichtsvoll im Unklaren gelassen.

Dienstrechtlich ist Ebert angezählt.

Dienstrechtlich ist Ebert angezählt. Das Landratsamt hatte im Dezember 2018 einen Verweis gegen ihn ausgesprochen, nachdem er den Besuch des Gemeinderats in einer Flüchtlingsunterkunft als „Asylantenschau“ und die Gemeinderäte als „Landeier“ bezeichnet.

Der HZ-Kommentar dazu:

AfD-Bürgermeister lässt Burladingen im Ungewissen Keine Nachricht von Harry Ebert

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