Voll des Lobes für die Landfrauen waren die Redner am Freitagnachmittag im Sportheim Rangendingen. Die Landfrauen Zollernalb luden zu einem geselligen Kreislandfrauentag mit Vortrag ein. Neben interessanten Redebeiträgen gab es eine traumhafte Bewirtung mit verschiedenen Schlemmerkuchen, Getränken und Kaffee.

Saal ist gut gefüllt mit 70 Besuchern

Rund 70 Gäste saßen in dem Saal und lauschten Alexander Schäfer, dem Vorsitzenden des Kreisbauernverbands Zollernalb. „Die Politik steht nicht mehr hinter uns“, beklagte dieser. Die Lebenskultur und der Fleiß der Bauern im ländlichen Raum werde ignoriert. Auch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ scheint seiner Meinung nach nicht das Gelbe vom Ei zu sein. „Da geht’s nur ums Geld!“, fand er.

Rangendingens Bürgermeister Johann Widmaier lobte derweil die „tatkräftigen Landfrauen“, die im Ort beispielsweise zum Vereinsleben beitragen und sich um die Familien kümmern. „Sie sind die Seele unserer Heimat“, sagte er.

Lob für den „kreativen, wachsamen, engagierten“ Landfrauenverband

Landrat Günther-Martin Pauli schloss sich dieser Lobeshymne an. „Ich möchte den Landfrauen für ihr Engagement danken“, unterstrich er. Viele Persönlichkeiten der Landfrauen hätten in der Vergangenheit schon zur Lokalpolitik im Kreistag beigetragen. Umso mehr bedauerte Pauli, dass in der neuen Legislaturperiode nur noch „halb so viele Frauen wie vorher“ vertreten sind – und das angesichts des Jubiläumsjahrs des 100-jährigen Frauenwahlrechts. Insgesamt blickt Pauli aber „positiv in die Zukunft“ und freut sich auf „ein gutes, freundschaftliches Verhältnis“ zwischen dem „kreativen, wachsamen, engagierten“ Landfrauenverband und der kommunalen Verwaltung.

K.o.-Tropfen-Opfer schämen sich und sagen zunächst nichts

Juliane Vees, Vize-Präsidentin des bundesweiten Landfrauenverbands sowie Chefin des Landfrauenverbands Baden-Württemberg, griff erneut das Thema „Rettet die Bienen“ auf. Die Führungskräfte ihres Verbands haben entschieden, das Volksbegehren nicht zu unterstützen, sondern den Volksantrag der Landwirtschaft, betonte sie. Bevor die Referentin Petra Glück über ihre schmerzhafte Erfahrung mit K.o.-Tropfen und der anschließenden Vergewaltigung durch ehemalige Klassenkameraden berichtete, erzählte Juliane Vees, dass ein ihr nahestehender Mensch ebenfalls Opfer von K.o.-Tropfen wurde. Sie habe erst ganz spät davon erfahren, weil sich die Person geschämt habe, es zu erzählen.

Auch Referentin Petra Glück schämte sich, Opfer von K.o.-Tropfen geworden zu sein, und versuchte es zu verdrängen, bis es nicht mehr gelang. 20 Jahre ist es her. Seitdem hat Petra Glück sich aktiv therapiert und therapieren lassen und ist nun viel unterwegs. So klärt sie zum Beispiel in SWR-Sendungen, Gefängnissen und  Gymnasien über die Gefahr der K.o.-Tropfen auf. „Ich habe noch nie eine Lesung gehabt, wo sich hinterher kein Opfer von K.o.-Tropfen geoutet hat“, sagt Glück. Die Referentin begleitet auch viele Betroffene, die nach ihren Vorträgen auf sie zugehen. Sie können sie jederzeit anrufen.

Betroffenheit quer durch die Bevölkerung

Denn Petra Glück, weiß wie es ist, allein mit dem Problem zu sein und kein Gehör zu finden. Ihr Buch „Lass dich nicht k.o.-tropfen!!! Die miese Droge war in meinem Glas“ schrieb sie zum Therapiezweck und merkte schließlich, dass sie nicht das einzige Opfer ist. Die Betroffenen sind nicht nur Frauen, sondern ein Querschnitt der Bevölkerung. Vor allem im nahen Umfeld, im Bekannten- und Familienkreis gibt es Opfer – auch im ländlichen Raum. „Ich kenne unfassbar viele Geschichten“, sagt Glück.

Sie hat mit dem Vorfall von damals abgeschlossen, nun will sie anderen bei deren posttraumatischen Belastungsstörungen helfen, damit diese auch ihren Frieden finden. Denn: „Für viele Menschen ist das Leben nach so einem Vorfall erst einmal beendet.“

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