Hechingen Lärmaktionsplan kommt im Herbst auf den Tisch

Fluch und Segen: Die B 27 ist Hechingens Lebensader, pumpt mit Zehntausenden von Fahrzeugen täglich aber auch Lärm und Dreck in Richtung Stadt. Anwohnerproteste bleiben nicht aus. Die Stadt will das Thema jetzt „mit Nachdruck“ beackern und noch im Herbst einen Lärmaktionsplan vorlegen.
Fluch und Segen: Die B 27 ist Hechingens Lebensader, pumpt mit Zehntausenden von Fahrzeugen täglich aber auch Lärm und Dreck in Richtung Stadt. Anwohnerproteste bleiben nicht aus. Die Stadt will das Thema jetzt „mit Nachdruck“ beackern und noch im Herbst einen Lärmaktionsplan vorlegen. © Foto: Andrea Spatzal
Hechingen / Andrea Spatzal 19.07.2018
Der Protest gegen den Lärm, der von der B 27 nach Hechingen schwappt, trifft bei Bürgermeister Hahn auf offene Ohren.

Der Straßenlärm macht uns krank, sagen die Anwohner aus „Prinzling“. Das Hechinger Wohngebiet ist ganz nah dran an den Lärmquellen B 27 und B 32.  Und nicht die Unterstadt, ganz Hechingen, sagen viele, habe ein Lärmproblem. Die Stadt müsse etwas dagegen unternehmen, ihre Bürger besser schützen, endlich handeln. Große Hoffnungen setzt man in den neuen Bürgermeister. Die HZ hat darüber berichtet.

„Wir sind dran“, sagt Bürgermeister Philipp Hahn. Er hat umgehend auf den HZ-Bericht reagiert. Die Prinzling-Anwohner hat er in einem Brief darüber informiert, dass ihr Anliegen gehört wurde und ernst genommen wird. Ein Lärmaktionsplan sei bereits in Arbeit und werde bis Ende des Jahres 2018 abgeschlossen sein. Nach der Sommerpause, in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 4. Oktober, werde „über den Zwischenstand berichtet“.

Die Bewohner im „Prinzling“ haben mit ihrem Protest gegen  den steigenden Lärm breite Zustimmung geerntet. So stellte unter anderem der frühere Gewerkschaftssekretär Walter Wadehn in einem Leserbrief fest: „Der Kritik kann man als Hechinger Bürger, der entlang einer stark befahrenen Straße wohnt, nur zustimmen.“ Der Lärm, den die beiden Bundesstraßen täglich in die Stadt hineinpumpen, sei eine „immer schlimmer werdende Seuche“.

„Lärm macht krank. Dies ist mir sehr wohl bewusst“, schreibt Bürgermeister Hahn an die Prinzling-Bewohner. Aus diesem Grund sei es ihm „ein wichtiges Anliegen, dass die Stadt Hechingen Maßnahmen für einen Lärmschutz ergreift“. Grundlage dafür sei der Lärmaktionsplan, der nicht nur die B 27 und die B 32 umfasse, sondern auch weitere Straßen in Hechingen einschließlich der Stadtteile, die hinsichtlich Verkehr- und Lärmemissionen besonders auffällig sind. Sobald die Lärmanalyse vorliegt, soll für die weiteren Schritte eine Bürgerbeteiligung stattfinden – und zwar ebenfalls noch in diesem Jahr. Bereits ab dem Haushaltsplan 2019 sollen die ersten baulichen Maßnahmen angegangen werden.

Den möglicherweise in der Öffentlichkeit entstandenen Eindruck, die Stadt Hechingen hinke mit ihrem Maßnahmenplan den Nachbargemeinden hinterher, will der Bürgermeister so nicht stehen lassen. Gleichwohl räumt Philipp Hahn ein, dass der Lärm­aktionsplan, der von der EU seit mehreren Jahren von allen Kommunen gefordert wird, in Hechingen „in der Vergangenheit nicht mit dem entsprechenden Nachdruck bearbeitet wurde“. Einen Schritt weiter ging Walter Wadehn. In seinem Leserbrief übt er scharfe Kritik an der bisher laxen Handhabung des Problems durch die Bürgervertreter: Der früheren Bürgermeisterin sei das Thema „absolut schnuppe“ gewesen, und auch von den Gemeinderäten sei zu dieser Problematik „relativ wenig bis gar nichts“ zu hören.

Es sei aber höchste Zeit zum Handeln, fordern alle Betroffenen übereinstimmend. Die Motorisierung nimmt zu, also wird es der Lärmpegel auch tun.

Der neue Hechinger Bürgermeister hat den Kampf gegen den Dezibel-Smog offenbar ganz oben auf die Agenda gesetzt. Hahn: „Ich werde dieses Thema mit Nachdruck weiter bearbeiten.“

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