In der Hechinger Killertalgemeinde hat das „Weihsangenbinden“ anlässlich des früheren Feiertages „Maria Himmelfahrt“ eine lange Tradition. Die Albvereinsortsgruppe hat dem alten Brauch wieder neues Leben eingehaucht.

So luden die Wanderer erneut zum Binden der Kräuterbüschel. Im Vorfeld hatte sich Ortsgruppenvize Karl-Heinz Schuler auf den Weg gemacht, um Kräuter und Pflanzen zu besorgen. „Um alle Getreidesorten zu bekommen, musste ich teilweise sogar hoch auf die Alb“, aber schließlich hatte er von allen „Zutaten“ genügend Material.

Nicht nur Mitglieder des Albvereins sind dabei

Schuler war es dann auch, der die Teilnehmer am Donnerstagnachmittag begrüßte. Er freute sich, dass die interessierte Besucherschar nicht nur aus Albvereinlern bestand. Dann ging es ans Binden der Weihsangen, und dabei wussten Karl-Heinz Schuler und Sophie Schmid sehr versiert über die einzelnen Kräuter Auskunft zu geben.

Königskerzen als Sinnbild für Gottesmutter

Neben Getreidehalmen von Einkorn, Emmer, Gerste, Hafer, Dinkel und Weizen lagen schön aufgereiht Schafgarbe, Salbei, Johanniskraut, Zichorie, Majoran, echtes Mädesüß, das im Schlatter Volksmund auch als „Bacholder“ bezeichnet wird, und Bach-Minze nebeneinander. Nicht fehlen durften die Königskerzen, die als Sinnbild für die Gottesmutter gelten und in die Mitte der Kräuterbüschel gebunden wurden.

„Kreative Schaffer“ mit interessante Anekdoten unterhalten

Karl-Heinz Schuler forderte dann zum „kreativen Schaffen“ auf, auf Wunsch gab er Nachhilfe beim Binden. Während Naturschutzwartin Sophie Schmid unterstrich, dass auf jeden Fall mindestens sieben Kräuter in eine Weihsange gehören und sie die Blüten des „Bacholder“ in ihrer Jugend während der Kriegsjahre zur Teeherstellung sammeln musste, gab es von Anne Schuler interessante Anekdoten und Informationen zu Maria Himmelfahrt. Am Schluss freute sich die Bastelgruppe über gut 30 prächtige Weihsangen freuen.

40 Gläubige bei Andacht in der Friedhofskirche

Zum Abschluss lud Anne Schuler zur Andacht in die Friedhofskirche. Dort fanden sich nahezu 40 Gläubige ein. Die am Nachmittag gebastelten Weihsangen standen schön aufgereiht vor dem Altarraum. Gestaltet wurde die Gebetsstunde von Anne Schuler und Kathrin Plewka, naturgemäß stand die Gottesmutter Maria im Mittelpunkt der Andacht.

Anne Schuler sprach die christliche Legende an, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt. Sie dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin. Schließlich war es die Aufgabe des achtjährigen Dario Schuler, die Weihsangen mit Weihwasser zu besprengen.

Brauch auf jeden Fall fortführen

Die Nachfrage nach den übrigen Albvereins-Weihsangen war recht hoch. Vertrauensmann Karl-Heinz Schuler und Fördervereinsvorsitzender Franz Haug waren rundum zufrieden: „Fast jeder hat sein Kräuterbüschel bekommen“, sagten sie unisono. Und die beiden Vereinsmänner sind sich sicher, dass der alte Brauch im kommenden Jahr auf jeden Fall fortgeführt wird.

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