Hechingen Krach im "Freundeskreis der Burg Hohenzollern"

MATTHIAS BADURA 05.11.2013
Massiver Krach im "Freundeskreis der Burg Hohenzollern". Der Vorsitzende und sein Vize sind zurückgetreten - so geht es aus einem Rundschreiben und der Internetseite des Vereins hervor.

Auf der Homepage des Vereins, der es sich zum Ziel gesetzt hat, zum Erhalt der Zollerburg beizutragen, sind beide Posten als "vakant" gemeldet. Oliver Morling, stellvertretender Vorsitzender, erklärte dazu gestern auf Anfrage der HZ, es seien in seinem Fall ausschließlich berufliche Gründe, die ihn zum Rücktritt bewogen hätten. Er finde einfach nicht mehr ausreichend Zeit, sich dem Verein gebührend zu widmen.

Vorsitzender Marcus Dreher wollte zu seiner Position keine Auskunft geben. Frühestens gegen Mitte oder Ende der Woche werde er sich erklären. Ob und was sich an seiner Entscheidung noch ändern könnte, ließ der Grosselfinger Schreinermeister im Unklaren. Deutlich war nur, dass er momentan nicht bereit sei, sich einzulassen.

Eine viel deutlichere Sprache spricht ein Rundschreiben, das er dieser Tage an Mitglieder des Vereins richtete. Darin teilt Dreher seinen "sofortigen Rücktritt als 1. Vorsitzender des Freundeskreises der Burg Hohenzollern mit". Als Grund für diesen Schritt gibt er "verbale Angriffe" eines Vereinsmitgliedes an. Der Mann, den er auch namentlich nennt, habe ihn schriftlich aufgefordert, zurückzutreten. In dem Schreiben, das Dreher nachfolgend in "Auszügen" wiedergibt, rät ihm der Absender "dringend", das Präsidentenamt niederzulegen. Dreher tue sich und dem Verein einen "Gefallen" damit.

Der Verfasser gibt an, eine grundsätzliche Wertschätzung für Drehers "Engagement bei Weihnachtsmärkten und ähnlichen Ereignissen" zu haben. Die "Begabung", einen Verein zu repräsentieren, sei Dreher jedoch "nicht gegeben". Abschließend wird der Vorsitzende nochmals aufgefordert, "nachzudenken" und "die richtigen Schlüsse" zu ziehen. Wie in diesem - von Dreher wiedergegebenen Schreiben - ebenfalls behauptet wird, sei eine größere Zahl von Mitgliedern derselben Ansicht: Der Grosselfinger solle abtreten.

Ob das allerdings stimmt? Dreher wollte sich, wie dargestellt, selber nicht erklären. Und sein Widersacher, der als Geschäftsführer einer Arzneimittel-Importfirma arbeitet, war gestern nicht zu erreichen. Ein Mitglied des Freundeskreises, mit dem die HZ außerdem sprach, warf sich indessen für den Schreinermeister in die Bresche. Soweit er es beurteilen könne, so der Mann, sei Dreher ein umtriebiger und verdienstvoller Vorsitzender. Sein Angreifer hingegen halte sich kaum vor Ort auf und sei vom Typ her ein kleinlicher Kritikaster. Dessen ungeachtet mutet Drehers Entschluss kompromisslos an. In seinem Rundschreiben fordert er Ulrich Feldhahn, den Schriftführer des Freundeskreises, auf, das bei ihm bis dato gelagerte Vereinsinventar abzuholen, andernfalls werde er es bei der Burgverwaltung abgehen. Dort hat der Verein seinen Geschäftssitz.

Info Mehr über die Arbeit des Freundeskreises erfährt man im Internet unter www.zollernfreun.de.