KOMMENTAR · PARKHAUS: Von Anfang an zu viel gewollt

ERNST KLETT 23.01.2014

Es soll nicht wenige Menschen geben, die mit dem Abstellen ihres Autos mitunter Probleme haben. Nein, jetzt kommt nicht wieder die Sache mit den Frauen und dem Rückwärtseinparken. Es geht um diese dunklen, kalten Betonbauten, in die man sein Gefährt hineinbugsieren und dann alleine lassen muss: Parkhäuser sind so ziemlich das Übelste, was einem als Autofahrer passieren kann.

Plagt man sich mit einer solchen Miniatur-Neurose, kann man das Hechinger Parkhaus komplett abhaken: Mit einem etwas größer geratenen Schiff auf vier Rädern fährt man da nicht einmal in Gedanken rein. Es ist alles noch viel enger als anderswo.

Die Bürgermeisterin macht über das nicht eben billige und mit Dauerdefizit behaftete Bauwerk Späße. Es sei noch zu neu, um es abreißen zu lassen, hat Dorothea Bachmann gewitzelt.

Die Verwaltungschefin freilich sollte sich vorsehen. Denn es ist sehr wohl alles hausgemacht, was da an der Neustraße steht. Seltsamer Standort und total überzogene Stellplatzzahl waren die Vorgaben des Rathauses und des Gemeinderates. Man kann also nicht alles auf den Planer schieben.

Dass jetzt nachgerüstet wird, ist längst überfällig. Was hat die Stadt daran gehindert, dies früher zu tun? Sie hätte zugeben müssen, dass man am falschen Platz zu viel gewollt hat! Ob sich zukünftig mehr Autofahrer in die Großgarage wagen? Wenn der Obertorplatz im Sommer aufgebaggert wird, müssen sie.