Zollernalbkreis KOMMENTAR · ÄRZTLICHER NOTDIENST: Wieder mal am letzten Zipfel

Zollernalbkreis / HARDY KROMER 24.01.2014

Jetzt bitte keine Ärzteschelte. Es ist erwiesen, dass die Hausärzte im ländlichen Raum mit Bereitschaftsdiensten immer stärker belastet werden. Auch das trägt dazu bei, dass sich immer weniger Mediziner diesen aufreibenden Job antun wollen. Reformbedarf liegt auf der Hand.

Das Ergebnis, das sich nun für den Zollernalbkreis abzeichnet, ist allerdings aus der Perspektive des nördlichen, hohenzollerischen Kreisgebietes betrachtet höchst unbefriedigend. Denn wohin müssen die Hechinger, Burladinger, Junginger, Rangendinger, Haigerlocher, Bisinger und Grosselfinger künftig fahren, wenn sie zu ungeschickter Stunde ärztliche Hilfe brauchen? Selbstredend nach Balingen oder nach Albstadt - dorthin, wo die Krankenhäuser stehen. Und so zieht die Schließung des Hechinger Krankenhauses einen ganz bösen Rattenschwanz hinter sich her. Noch kaum hat man sich an den Wegfall der stationären Versorgung im Mittelbereich Hechingen gewöhnt, verdünnisiert sich auch die ambulante Hilfe - jedenfalls abends, nachts und an den Wochenenden.

Man ahnt schon den Einwand, das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, schließlich trägt der Kreis die Kliniken, während die Notfallpraxen Sache der Kassenärztlichen Vereinigung sind. Richtig ist aber, dass die eine Struktur die andere nach sich zieht und umgekehrt die eine Lücke die andere. Und so hängt der Mittelbereich Hechingen wieder mal am letzten Zipfel.