Für die Klosterkirche in Rangendingen tickt die Uhr ganz laut. Die Untersuchung der Bausubstanz durch die Firma Holzbau Dieringer hat erhebliche Schäden aufgedeckt. „In die Kirche lassen wir keinen mehr rein“, verdeutlichte Bürgermeister Johann Widmaier in der Gemeinderatssitzung am Montag den Grad der Baufälligkeit.

Vorzeitiger Baubeginn

Massive Schäden wurden in dem über 250 Jahre alten Dachgebälk festgestellt. Wie es aussieht, müssen vor allem an der Westseite mehrere Sparren bereits bei der letzten Renovierung im Jahr 1975 beschädigt gewesen und nur notdürftig ausgebessert worden sein. es sei zwar versucht worden, die fehlenden Sparren Zwischenbalken zu ersetzen, aber diese seien zu schwach für die Last des Kirchdaches. Weitere Sparren seien damals in ein Mörtelbett gelegt worden und deren Zustand dadurch „nicht untersuchbar“.

Die Folge sind „erhebliche statische Mängel“, so Widmaier. Die Gemeinde müsse die Sanierung so schnell wie möglich angehen. Deshalb werde man bei der nächsten Besprechung mit dem Denkmalamt am 29. Juli folgenden Zeitplan vorschlagen: Bis Oktober soll die Kostenberechnung vorliegen, damit ein Antrag auf Fördermittel für Denkmalschutz und zugleich auf einen vorzeitigen Baubeginn, möglichst noch in diesem Jahr, gestellt werden kann. Bis zum Abschluss der Sanierungen bleibt die Kirche geschlossen. Die Kirche sei zwar nicht einsturzgefährdet, „aber die absolute Sicherheit ist nicht gegeben“, betonte Widmaier. Ein Schild an der Kirchentür weist darauf hin, dass die evangelischen Sonn- und Feiertagsgottesdienste im Gemeindehaus in der Hechinger Straße und Trauergottesdienste in der katholischen St.-Gallus-Kirche stattfinden.

Die im Jahr 1754 fertiggestellte Klosterkirche zum Heiligen Kreuz bildet den westlichen Flügel am ehemaligen Hauptbau des Dominikanerinnenklosters, dem heutigen Rathaus, und ist seit 1812 im Besitz der Gemeinde.

Die letzten Renovierungsarbeiten in dem barocken Kleinod fanden in den Jahren zwischen 1976 und 1980 statt. Damals wurde zur finanziellen Unterstützung ein Förderverein gebildet. Die Gründung eines Fördervereins wurde auch für die jetzt anstehende Sanierungsrunde bereits vorgeschlagen.