Das „Klanglabor Hechingen“ geht in eine neue Ära. Im März wurde die bislang Musikinitiative als Verein eingetragen und am Dienstagabend von zehn Gründungsmitgliedern in der Aula des Gymnasiums offiziell aus der Taufe gehoben.

„Das Klanglabor steht jetzt auf einem stabilen Fundament“, freute sich der Initiator und Profimusiker Raphaël Schenkel über die Vereinsgründung. „Großartig“ für das Projekt sei, dass die Sparkasse Zollernalb als Sponsor bis 2021 gewonnen werden konnte. Michael Hahn, Leiter des Marktbereichs Hohenzollern, bekräftigte, dass es der Sparkasse Zollernalb ein Anliegen sei, kulturelle, soziale und gesellschaftliche Projekte zu fördern.

Weitere Sponsoren sind die Breitlich-Stiftung für Bildung und Erziehung, Tübingen, sowie die Hechinger IT-Firma Intec, die mit Mitarbeiterin Ute Ludwig zugleich die 1. Vorsitzende des neuen gemeinnützigen Vereins „Klanglabor Hechingen“ stellt. Unterstützt wird der Verein auch durch die Stadt Hechingen. Erste Beigeordnete Dorothee Müllges ist überzeugt davon, dass sich Schüler durch Projekte wie das Klanglabor stärker mit der Stadt identifizieren.

Tochter von Günther Grass kommt nach Hechingen

Helene Grass Geadelt wir der neue Verein durch die Schirmherrschaft von Prof. Dr. Hermann Wilske, Präsident des Landesmusikrates Baden-Württemberg, sowie durch die wiederum hochkarätige Besetzung des Klanglabors 2019/20: In den Konzerten im November in der Alten Synagoge in Hechingen wird unter anderem die Schauspielerin Helene Grass, Tochter des Schriftstellers Günther Grass, als Sprecherin mitwirken.

Das Klanglabor ist bereits seit 2012 in Hechingen aktiv. Bei zahlreichen Konzertabenden, Schulbesuchen und Projekttagen konnten Raphaël Schenkel und weitere internationale Spitzenmusiker Schüler und Publikum begeistern.

Das Klanglabor ist zum einen ein musikpädagogisches Konzept in Kooperation mit dem Gymnasium Hechingen, zugleich aber auch ein internationales Kammermusik-Festival für Hechingen. Ziel des Vereins ist es, den Stellenwert von klassischer Musik im Schulalltag zu stärken, den Musikbereich an der Schule mit seinen Projekten wie Big Band, Chor und Orchester zu unterstützen, die Eigeninitiative und Kreativität der Schüler zu fördern und sie dazu zu ermutigen, selbst ein Instrument zu erlernen. Musik sei dazu prädestiniert, soziale Kompetenzen zu stärken, stellt Raphaël Schenkel fest. Auch die anderen Schulen in Hechingen und die Jugendmusikschule sollen nach und nach mit ins Boot geholt werden. Für diese Saison ist bereits das Firstwald-Gymnasium Mössingen als Partner mit dabei.

Zugleich soll der Name „Klanglabor“ für ein hochkarätiges Kammermusik-Festival stehen, dass zukünftig das kulturelle Leben in Hechingen bereichert. „Wir wollen das Klanglabor zu einem Leuchtturmprojekt machen, welches über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt wird“, so Schenkel. In Metropolen seien musikpädagogische Schulprojekte dieser Größenordnung gang und gäbe, im ländlichen Raum jedoch bislang eher selten anzutreffen.

Gern erinnert der vielseitige, international tätige und mehrfach preisgekrönte Klarinettist an den bisherigen Höhepunkt der Klanglabor-Reihe vor drei Jahren: Zehn internationale Spitzenmusiker sorgten in Hechingen an drei Abenden für unvergessliche Konzerte. Der „Blaue Eumel“, ein Lastwagen mit einem Flügel an Bord, sorgte für Begeisterung. Damals war auch die Hechinger Jugendkapelle Teil des Programms.

Im Zeichen des russisches Komponisten Igor Stravinsky

Das diesjährige Klanglabor startet am 11. November und steht ganz im Zeichen des russisches Komponisten Igor Stravinsky (1882-1971) „Ein musikalischer Tausendsassa in der turbulenten Umbruchzeit der Jahrhundertwende“, wie Raphaël Schenkel feststellt. Stravinsky und sein Werk werden den Schülern des Gymnasiums während der Klanglabor-Woche von Profimusikern vorgestellt.

Nicht nur im Musikunterricht und in den AGs, auch fächerübergreifend werden sich die Schüler mit Stravinskys Musik auseinandersetzen. Was aus den ersten Impulsen und der vertiefenden Arbeit entsteht, soll dann im Juli bei einem großen Projektfest präsentiert werden. Was das im Detail sein wird, kann keiner voraussagen. Eine „Carte blanche“, nennt es Schenkel.

Grenzen werden den Schülern bewusst keine gesetzt. Die Fachschaft Musik des Gymnasiums, mit Andrea Nägele, Theresa Bulach, Cornelia Prauser und Wolfgang Nägele, loben das Klanglabor-Konzept: „Es ist in einer einmaligen Art auf die Schule zugeschnitten und die Musiker gehen auf alles ein, was die Schüler vorschlagen.“

Den Abschluss der Woche bilden zwei wiederum hochkarätige Konzerte in der Alten Synagoge mit Helene Grass als Sprecherin, der Geigerin Irina Simon-Renes aus Holland, dem ukrainischen Pianisten Kirill Zweginstov und Raphaël Schenkel, Klarinette. Auch Schüler werden mitwirken.

Auf dem Programm steht Stravinskys „Geschichte vom Soldaten“ sowie Werke von Claude Debussy, Maurice Ravel und Darius Milhaud.

Am Samstag, 16. November um 19 Uhr folgt in selber Besetzung ein Abend über „Stravinsky und seine Zeit“ mit Briefen und Zitaten des Meisters sowie Werken von Béla Bartok und Aram Chatschaturjan.

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Eine Mitgliedschaft gehört zum guten Ton


Beitritterklärung Das Klanglabor Hechingen ist seit März als gemeinnütziger Verein registriert. Es gibt 14 Gründungsmitglieder, die dem Verein ein rasantes Wachstum wünschen. Eine Beitrittserklärung kann über die Homepage: www.klanglabor-hechingen. de, die E-Mail-Adresse: info@klanglabor-hechingen.de oder unter der Postanschrift Klang-Labor Hechingen e. V., Reuteweg 33, 72417 Jungingen, abgerufen werden.

Spendenkonto Der Verein ist auch auf Spenden angewiesen. Das Spendenkonto „Klang-Labor“ ist bei der Sparkasse Zollernalb eingerichtet, IBAN DE76 6535 1260 0134 0505 48.

Logo Das Klanglabor-Logo, eine Klarinette mit Bunsenbrenner und Glaskolben, wurde von dem Grafiker und ehemaligen Schüler des Hechinger Gymnasiums, Anselm Stählin, entworfen. spa