Seit 8. August sind die Apostolatshelferinnen Emelita Molin und Merla Ruiz aus den Philippinen in Rangendingen zu Gast. Sie stammen von den Philippinen und kommen aus der Provinz Abra, nach der auch das von Berthold Hirt initiierte Rangendinger Kinderhilfsprojekt Abra benannt ist. Hirt, Molin, Ruiz und Norbert Dilger, Pfarrer im Ruhestand, verbindet ein ganz besonderes Band.

Die Geschichte reicht einige Jahre zurück. Berhold Hirt übersetzte damals als 18-Jähriger englische Briefe für Familienmitglied Hermann Hirt. Dieser hatte einem jungen Philippino geholfen, Missionar zu werden. Aus Dankbarkeit und Verbundenheit schickte der frisch geweihte Neupriester, Pater Emilio, danach immer wieder Post und besuchte Hermann Hirt auch in Rangendingen. Zu jener Zeit machte der Geistliche ebenfalls die Bekanntschaft von Pfarrer Norbert Dilger. Dilger hatte damals den Kontakt zu den Steyler Missionaren, denen Emilio angehört, hergestellt.

Ursprünge der Rangendinger Hilfsorganisation „Abra“

So entwickelten sich die Freundschaften. Und so kam auch „Abra“, die Rangendinger Hilfsorganisation für philippinische Waisenkinder, zustande. Denn der junge Berthold Hirt lernte 1993 beim Besuch auf den Philippinen Bruder Valentin, einen Steyler Missionar, kennen. Dieser hatte im Norden des Inselstaates ein Kinderhilfsprojekt gegründet. Bis dahin wurden Kinder mit Behinderung in dieser ländlichen Gegend weggesperrt. Deren armen Eltern konnten die Schützlinge auch kaum fördern. Daher hilft ihnen nun „Abra“, dessen Rangendinger Mitglieder zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt Geld für die Bedürftigen sammeln. Somit werden derzeit 60 Kinder unterstützt.

Emelita Molin betreut eine Gruppe und Kinder im Bergdorf

Noch bis kommenden Dienstag, 20. August, sind die beiden Apostolatshelferinnen in Rangendingen zu Gast. Anfang September reisen die Frauen, die sich ebenfalls sehr für „Abra“ engagieren, dann wieder auf die Philippinen zurück.

Emelita Molin ist die Schwester von Pater Emilio, dem Steyler Missionar, der damals Freundschaften vor allem mit der Familie Hirt in Rangendingen knüpfte. Emelita Molin war vor ihrem Ruhestand lange Jahre als Grundschullehrerin in der Provinz Abra tätig. Für das Kinderhilfsprojekt Abra betreut Emelita Molin seit mehreren Jahren eine Gruppe von behinderten Kindern sowie Kinder aus armen und bedürftigen Familien im Bergdorf Sabnangan.

Kleinbauer kann Familie nicht ernähren – Abra hilft siebenjähriger Lea

Dazu gehört auch das siebenjährige Mädchen Lean Balbin, dessen Mutter im vergangenen Jahr an Krebs verstorben ist. Lean Balbin lebt nun zusammen mit ihren Geschwistern bei ihrem Vater, der sehr dankbar über die finanzielle Unterstützung aus Rangendingen ist. Als Kleinbauer hat der Mann ein zu geringes Einkommen, um seine Familie zu ernähren.

Merla Ruiz leitet wichtige Nachrichtenquelle und organisiert Transport von Schulmaterialien

Die ebenfalls zu Gast anwesende Apostolatshelferin Merla Ruiz leitet die Katholische Radiostation DZPA in der Provinzhauptstadt Bangued. Für das Kinderhilfsprojekt Abra organisiert sie unter anderem den Transport von Schulmaterialien für die Grundschulen der Bergdörfer, die fernab der Provinzhauptstadt Bangued liegen. Die Radio-Station ist insbesondere während der Taifun-Saison, wenn schwere Tropenstürme das Festland ereilen, wichtige Nachrichtenquelle für alle Menschen, die in von der Außenwelt abgeschnittenen Bergdörfern leben.

Das könnte dich auch interessieren:

1


Gottesdienst in der Rangendinger St.-Gallus-Kirche ist am Samstag, 17. August, ab 18.30 Uhr geplant. Dabei können Emelita Molin und Merla Ruiz kennengelernt werden.