Die gute Kommunikation zwischen Eltern und Pädagoginnen ist für die Burladinger Kindertagesstätten das A und O. Und nun begibt sich die Stadt „voll auf den Weg der Digitalisierung“, wie es Bürgermeister Davide Licht am Dienstag beim virtuellen Pressegespräch formulierte.
Der Schultes und die Sachgebietsleiterin für Bildung, Kultur und Tourismus, Bettina Rheinberger, hatten daher drei Neuerungen im Gepäck: zum einen die geplante Kita-Info-App, zum anderen eine Online-Plattform für künftige Kindergartenanmeldungen und ein neues Kita-Aufnahmeheft.

Kita-Info-App ab 1. Juni

Wenn alles klappt, soll die neue Kita-Info-App ab 1. Juni „in Betrieb gehen“. Dann bekommen Eltern Formulare, Elternbriefe, Einladungen und Termine via Handy zugeschickt. Damit entfällt die lästige „Formular-Prozedur“ von bisher. 
In der Vergangenheit habe es Eltern gegeben, die so manchen Kita-Brief nicht mehr finden konnten, für sie ist die neue App von Vorteil. Und die Eltern haben alles, was den Kindergarten betrifft, auf einem Kanal im Blick.
Über die App kann sogar ganz unkompliziert gemeldet werden, wenn ein Kind krank ist und den Kindergarten nicht besuchen kann. Da „genügt eine kurze Nachricht“. Und: „Wir werden dann ein bisschen umweltfreundlicher“, so Davide Licht.

Kostenlos und datensicher

Der neue Service ist für alle Eltern „kostenlos und werbefrei“. „Das war uns sehr wichtig“, betont Licht. Es sei kein Chatprogramm wie bei WhatsApp, sondern datenschutzrechtlich einwandfrei und durch SSL-Verschlüsselung gesichert. Die Handynummer der Eltern sei in dem Forum für andere Nutzer nicht sichtbar. Und die Server dieses Angebots stünden in Deutschland gemäß der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung.
Für die Stadt Burladingen fallen nun monatlich Beiträge für die App an: Pro Kindergarten – je nach Anzahl der betreuten Kinder – macht das für die Wartungskosten und die EDV zwischen 36 und 63 Euro aus. Für den Kindergarten Rasselbande (Gauselfingen), die Kita Grashüpfer (Melchingen) sowie der Kindergarten Pusteblume (Killer), sind es 36 Euro, für die Kita Jahnstraße (Burladingen) 63 Euro.
Und dann gibt es da noch das neue 50-seitige Kita-Aufnahmeheft der Stadt Burladingen. Darin befinden sich alle wichtigen Dokumente rund um die Aufnahme in die vier städtischen Kindertagesstätten zu den Themen: Kita-Ordnung, Bescheinigung zur Gesundheit, Datenschutz und Infos zum Elternbeirat.

Überarbeitetes Heft

Das alte Heft stammte noch aus dem Jahr 2012, und seither hat sich einiges getan. Viele auch rechtliche Änderungen rund um den Datenschutz sowie das Infektionsschutzgesetz hätten sich ergeben, verdeutlichte Rheinberger. Damit es nicht unübersichtlich wurde, hat Rheinberger 2020 gemeinsam mit den Kindergartenleiterinnen dieses Heft komplett überarbeitet. Die vier städtischen Betreuungseinrichtungen sind von ihrem Angebot her zwar unterschiedlich, aber von den Abläufen und Strukturen gleich. Die gedruckte Auflage der Aufnahmehefte ist nicht so groß, aber wenn diese vergriffen sind, wird die Stadt wieder aktualisieren.

Bald geht’s los

Spannend ist auch die neue Online-Plattform, die laut Licht noch „im Laufe des Monats“ auf der Homepage der Stadt Burladingen freigeschaltet werden soll. Damit wird es künftig, ab dem Kindergartenjahr 22/23, eine „zentrale Vormerkung“ der Stadt Burladingen bei der Vergabe neuer Kindergartenplätze geben. Bisher war es so, dass sich die Eltern bei ihren Wunscheinrichtungen selbst anmelden mussten: Das waren dann fünf, im Extremfall neun Kindergärten. Wenn dann eine Zusage kam, hätten sich „die wenigsten“ Eltern noch die Mühe gemacht, sich bei den anderen angefragten Betreuungseinrichtungen abzumelden.

Erstmals für 2022/23 möglich

Auf der Online-Plattform können Eltern maximal drei Wunscheinrichtungen (nach Priorisierung) angeben. Immer zum Stichtag am 31. Januar eines Jahres erfolgt für das kommende Kindergartenjahr, also am 31. Januar 2022 für das Kindergartenjahr 22/23, dann die dezentrale Vergabe über die Betreuungseinrichtungen selbst. Dann werden die Wünsche bearbeitet und die Eltern bekommen die Rückmeldungen.

Zuerst zentral, dann dezentral

Die Anmeldung läuft also zentral über die Stadt, die Betreuungsplätze werden allerdings individuell von den neun städtischen und kirchlichen Kindergärten vergeben. Das betrifft nicht nur Neulinge, sondern auch Kinder, die durch den Umzug in einen anderen Stadtteil die Einrichtung wechseln, oder Geschwisterkinder, die neu hinzukommen.
Die Online-Plattform ist für die Stadt kostenlos, da es ein Programm-Modul von „Kita-Data-Webhouse“ ist, mit dem die Kitas sowie die Träger der Kitas bereits seit vielen Jahren arbeiten, erläutert Rheinberger. Eltern, die noch im nächsten Kindergartenjahr 21/22 einen Platz benötigen, müssen sich wie bisher noch bei der Wunscheinrichtung direkt anmelden.

Umweltfreundlich und schnell

Der Beitrag zur Umwelt und die Schnelligkeit der Informationswege sprechen allerdings für die neuen „Instrumente“. Und es passt laut Bürgermeister Licht auch zum künftigen Digitalisierungskurs der Stadt, bürgerfreundlicher, einfacher und übersichtlicher zu sein.
Abgehängt werden soll deshalb aber keiner. Eltern, die zum Beispiel kein Smartphone besitzen, können nach wie vor die zentrale Stelle im Rathaus dafür nutzen, Formulare auszufüllen und sich im zentralen Kindergarten-Anmeldesystem vormerken zu lassen. Ausnahmen seien okay. Allerdings: „Das Smartphone gehört ja schon zum Alltagsgegenstand“, gerade bei Eltern, ist sich Licht sicher. Und an die wendet sich ja der neue Service.

Großer Bekanntheitsgrad der App


Seit 2014 Insgesamt 5500 Betreuungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen die Kita-Info-App des Softwareentwicklers „Stay Informed“ aus Merzhausen bei Freiburg. Die App existiert seit 2014 und wird demnächst auch von den vier städtischen Kindergärten der Stadt Burladingen genutzt).

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Betreuungsplätze bietet die Stadt Burladingen zusammen mit den kirchlichen Trägern der insgesamt neun Kindergärten an. In der Gesamtstadt stehen somit genügend Plätze bereit.