Reutlingen Kindergärten lieben das Haus der Forscher IHK-Initiative feiert jetzt schon ihr Fünfjähriges

SWP 04.11.2013
Ingesamt 370 Kindergärten gehören mittlerweile zum "Haus der kleinen Forscher Neckar-Alb". Über 3000 Erzieherinnen und Erzieher wurden geschult.

Warum ist eine leere Wasserflasche nicht wirklich leer? Und warum löst sich Zucker im Tee eigentlich auf? Beim "Haus der kleinen Forscher", der Aktion der Industrie- und Handelskammer Reutlingen, die 2008 gegründet worden ist, geht es um die vermeintlich kleinen Alltagsphänomene. Kinder sollen über spielerische Experimente Zugang zu Technik und Naturwissenschaften bekommen. Eine IHK-Umfrage zeigt: In sechs von zehn Kindergärten der Region wird mittlerweile einmal in der Woche geforscht. "Der gute Zuspruch bestärkt uns, dass wir richtig liegen, um die Neugierde von Kindern herauszufordern und die Lust am Lernen zu fördern", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Und weiter: "Wir haben selten so viel nettes, herzliches und uns bestärkendes Feedback bekommen wie bei diesem Projekt. Die Kindergärten lieben das ,Haus der kleinen Forscher."

In fünf Jahren "Haus der kleinen Forscher Neckar-Alb" fanden 300 Schulungen mit über 3200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Über 80 Kindergärten und Kindertagesstätten forschen so intensiv, dass sie mittlerweile als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert sind. Die Kosten für die Schulungen des pädagogischen Fachpersonals übernimmt weitestgehend die IHK. Kindergärten zahlen lediglich zehn Euro pro Teilnehmer und Workshop. "Die Wirtschaft hat den IHK-Fonds "Kinder-Jugend-Wissen" aufgelegt, um ein solches Projekt auch dauerhaft finanzieren zu können", erläutert Wolfgang Epp.

Derzeit machen 59 Prozent der 625 regionalen Kindergärten beim "Haus der kleinen Forscher" mit. Im Zollernalbkreis sind es 72 Prozent (99 Einrichtungen), im Landkreis Reutlingen 65 Prozent (169 Einrichtungen) und im Landkreis Tübingen 45 Prozent (102 Einrichtungen). In 21 der 66 Gemeinden der Region nehmen alle Kindergärten teil. Bis 2015 will die IHK 80 Prozent aller Kindertageseinrichtungen für das Projekt begeistern. Derzeit schreibt die IHK alle Gemeinderäte in der Region an, um über das "Haus der kleine Forscher" zu informieren.

Mit Experimenten zu Wasser, Luft, Licht und Farbe oder auch Magnetismus orientiert sich das "Haus der kleinen Forscher" an der Lebenswirklichkeit von Drei- bis Sechsjährigen. "Wir wollen den vorhandenen Forscherdrang in diesem Alter weiter befeuern und das kindgerecht und spielerisch", sagt Walter Herrmann, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung und stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. In drei Viertel der Fälle sind mittlerweile Fragen der Kinder Ausgangspunkt fürs Forschen. "Die Erzieherinnen und Erzieher verstehen sich als Lernbegleiter. Wir wollen ihnen Impulse geben, die nützlich sind und zum Alltag der Kinder passen", so Herrmann. Die IHK will das Projekt fortführen. Mit den "Mint-Kids" bietet sie mittlerweile auch ein Angebot fürs Forschen in der Grundschule an.

Info Fragen zum "Haus der kleinen Forscher" beantwortet die IHK-Projektmanagerin Cathrin Koch unter Telefon 07121/201-197 und unter E-Mail c.koch@reutlingen.ihk.de.