Stetten Kinder inszenieren Johannes

Stettener Kommunionkinder spielen im Gottesdienst die Geschichte vom stummen Zacharias, der plötzlich den Namen „Johannes“ ausruft.
Stettener Kommunionkinder spielen im Gottesdienst die Geschichte vom stummen Zacharias, der plötzlich den Namen „Johannes“ ausruft. © Foto: Franz Buckenmaier
Stetten / Franz Buckenmaier 21.06.2018

Die Kirchengemeinde Stetten feierte das Kirchenpatrozinium St. Johannes der Täufer. Das Patroziniumsfest begann mit einem Festgottesdienst in der Klosterkirche Stetten, den Stadtpfarrer Michael Knaus zelebrierte. Die Ministranten zogen mit Kreuz und Fahne mit dem Priester in die Kirche ein. Für einen musikalischen Höhepunkt sorgte der Luki-Kinderchor unter Leitung von Stiftskantor und Keyboarder Mario Peters. Der Gesang der Kinder mit ihren hellen Stimmen gab dem Gottesdienst eine fröhlich-feierliche Note. Barbara Romberg hatte die Geschichte der Namensgebung des Heiligen Johannes mit Kommunionkindern als Theater inszeniert. Darin geht es um die Wiedererlangung der Sprache des stummen Vaters Zacharias. Elisabeth und die Verwandten überlegten, wie das Kind heißen solle, bis der stumme Zacharias plötzlich ausrief , dass das Kind Johannes heißen soll.

Pfarrer Michael Knaus sagte, dass er in Stetten ein großes Potential sehe, auf dem aufgebaut werden könne. Nach dem Schlusssegen zogen Ministranten und Pfarrer wieder mit Kreuz und Fahnen aus der Klosterkirche aus. Anschließend traf man sich im Klostergarten zum Mittagstisch und später zu Kaffee und Kuchen. Ursula Haug und Ewald Conzelmann unterhielten mit Akkordeonmusik. Joachim Stegmeier führte durch das Klosterareal, das bereits 1261 erstmals erwähnt wurde, als Papst Alexander IV. den Augustinerinnen ihre bereits zuvor gewährten Privilegien bestätigte. 1267 erhob Graf Friedrich der Erlauchte von Zollern das Kloster zur Erbgrablege. 1278 wurde es dem Dominikanerorden unterstellt, der um 1280 die Klosterkirche  als Bauwerk der Frühgotik errichtete. 1802 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Die Klosterfrauen konnten bis zu ihrem Tode bleiben. Gundi Salva Utz, die letzte Dominikanerin in Stetten, hielt sich noch 65 Jahre allein in den Klostermauern auf. Sie baute Kräuter im Klostergarten an und stellte Kräuterschnäpse her, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Im Alter von 90 Jahren starb sie 1867. Die Konventsbauten wurden dann als Kaserne für das Leichte Hohenzollerische Hausbataillon benutzt. Ab 1869 nahmen sechs Jahre lang die Franziskaner das Kloster in Besitz. Dann wurde es als Schuhfabrik genutzt, bis das Bauwerk 1898 Opfer eines Großbrandes wurde. Vom Ostflügel sind nur noch wenige Mauerreste vorhanden, der Nordtrakt des Klosters mit der Kirche blieb von den Flammen verschont.

Info Das Johannesfeuer wird am Freitag, 22. Juni, beim Hochbehälter abgebrannt.

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