Hechingen Keine Böller mehr in der Altstadt

Direkt in der Hechinger Altstadt soll es kein Feuerwerk mehr geben.  Foto: Archiv
Direkt in der Hechinger Altstadt soll es kein Feuerwerk mehr geben. Foto: Archiv © Foto: Archiv
Hechingen / Ernst Klett 05.05.2018
In der Silvesternacht steht die Hechinger Altstadt dieses Jahr unter ganz besonderer Beobachtung.

Eigentlich ist seit Jahren untersagt, in historischen Altstädten größere Silvesterkracher oder -raketen abzubrennen. Dass die Brandgefahr bei älteren und mit Holz versehenen Gemäuern und Dächern immens ist, muss man mit unschöner Regelmäßigkeit zur Kenntnis nehmen. Dieses Verbot, resultierend aus dem bundesdeutschen Sprengstoffgesetz, gilt auch in Hechingen. Es umfasst neben den Fachwerkgebäuden ebenfalls Kirchen, in diesem Fall also die Stiftskirche.

Weil das Böllerverbot allerdings niemals so richtig kontrolliert worden ist, geht bei vielen Hechinger Altstadtbewohnern an Silvester stets die Angst um: Wird auch keine Rakete unterm Dach landen? Die SPD-Fraktion im Hechinger Gemeinderat hat deshalb einen Antrag formuliert, der die Sache regeln soll: ein generelles Feuerwerksverbot in der Altstadt. Stadtrat Roger Braun machte am Donnerstagabend klar, dass man den Menschen, die zwischen Obertorplatz und Staig wohnen, damit enorm entgegen kommen würde. Denn deren Erfahrung zeige, dass mit den Jahren das Feuerwerk nicht nur immer größer werde, sondern gleichzeitig die Böllerkraft heftig zunehme. Die Gefahr steige also Jahr für Jahr.

Die Stadt und die anderen Gemeinderatsfraktionen wollten bei einem ausdrücklichen Feuerwerksverbot allerdings bremsen. Vor allem deshalb, so erläuterte es der Erste Beigeordnete Philipp Hahn, weil die Kontrolle enorm personalintensiv sei. Roger Braun hielt dagegen: Wenn’s brennt, wird das ebenfalls teuer.

Der Sozialdemokrat ließ den Antrag am Ende doch in der Mappe. Denn man einigte sich auf Vorschlag von Freie-Wähler-Sprecher Werner Beck auf einen Kompromiss: An Silvester 2018 geht die zweiköpfige City-Streife, die sowieso unterwegs sein wird, besonders in der Altstadt auf Kontrollgang. Sollte dabei festgestellt werden, dass es tatsächlich ein Feuerwerksverbot braucht, dann soll das auch beschlossen werden.

Die City-Streife, so schlug Philipp Hahn vor, solle nicht nur für Prävention, sondern genauso für Sensibilisierung bei den Böllerern sorgen. Zudem soll vorab ein öffentlicher Warnhinweis lanciert werden. Unterm Strich wertete der Erste Beigeordnete Hahn die Einigung als „gutes Signal für die Altstadtbewohner“ von Hechingen.

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Spannende Anregungen Auf 100 Seiten liegt jetzt das Ergebnis der Haushaltsbefragung in der Oberstadt vor. Der Caritasverband hatte mit der Katholischen Hochschule Freiburg und der Stadt geforscht nach dem Wohnen und den Lebensbedingungen, aber auch nach Wünschen, Bedarf und Erwartungen ans Leben in der Oberstadt. Öffentlich gemacht werden sollen die „spannenden Anregungen“ (Erster Beigeordneter Philipp Hahn) im Gemeinderat am 7. Juni.

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