Hechingen Pfarrer Knaus offiziell Leiter von St. Luzius

Hechingen / Diana Maute 11.06.2018
Pfarrer Michael Knaus ist jetzt ganz offiziell und mit Ernennungsurkunde neuer Leiter der Seelsorgeeinheit St. Luzius.

Die Stiftskirche war voll besetzt als Dekan Alexander Halter und Stadtpfarrer Michael Knaus gemeinsam mit den Diakonen Ralf Rötzel und Dr. Karl Heinz Schäfer sowie einer großen Zahl von Ministranten feierlich in das Gotteshaus einzogen. Damit nahm eine Festmesse ihren Anfang, die nicht nur atmosphärisch, sondern auch musikalisch ganz besonders war: Mit dem Stifts-, dem Gospel- und dem Kinderchor sorgten gleich drei Chöre unter der Leitung von Stiftskantor Mario Peters für eine klangvolle Umrahmung.

Die Begrüßung der zahlreichen Gläubigen, unter denen auch der Superior der Weißen Väter, Pater Albert Schrenk, der evangelische Pfarrer Horst Jungbauer, Bürgermeister Philipp Hahn sowie die Familie von Michael Knaus weilten, übernahm der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dr. Ottmar Müller. „In den vier Monaten Ihres Hierseins haben wir uns kennen und schätzen gelernt“, wandte er sich an den neuen Stadtpfarrer, dem er alle Fähigkeiten wünschte, die an den Vögeln zu beobachten seien: „Die Fürsorge der Storcheneltern, der scharfe Blick des Falken, die Klugheit der Eule und die Fröhlichkeit des Spatzen.“

Dekan Alexander Halter oblag es, die Investitur zu zelebrieren. Er verlas die  Ernennungsurkunde des Erzbischofs Stephan Burger und vollzog in dessen Auftrag die offizielle Einsetzung von Michael Knaus als Leiter der Seelsorgeeinheit St. Luzius. Ihm sei von nun an die Aufgabe anvertraut, „nach dem Vorbild des guten Hirten“ der Kirchengemeinde vorzustehen. Doch nicht nur der leitende Pfarrer trage dabei Verantwortung, auch jedes einzelne Mitglied: „Lebendiges Gemeindeleben kann nur im Miteinander gelingen“, heißt es in der Urkunde.

Dekan Alexander Halter ließ es sich nicht nehmen, dieser offiziellen Botschaft auch persönliche Worte und Gesten hinzuzufügen. „Ich begrüße Dich im Namen aller Mitglieder der Seelsorgeeinheit und danke Dir für die Übernahme des Dienstes“, wandte er sich mit einer herzlichen Umarmung an Pfarrer Knaus, als dieser unter großem Applaus die Ernennungsurkunde in Empfang nahm.

Sicher hätten sich bei der Bekanntgabe des Namens des neuen Stadtpfarrers viele gefragt, wer dieser Mann eigentlich sei, blickte der Dekan in seiner Predigt zurück. „Was fremd ist, macht argwöhnisch.“ Es sei tief in den Menschen verankert, wissen zu wollen, woran sie sind. Dies sei auch im Markusevangelium ersichtlich, in dem Jesu Angehörige sich um ihn sorgen, ihn für verrückt erklären (Markus 3,21). „Ich hoffe, liebe Schwestern und Brüder, dass Sie Michael Knaus noch nicht als von Sinnen abgestempelt haben“, ließ der Dekan eine amüsante Bemerkung in seine Predigt einfließen. „Falls doch, würde er sich in bester Gesellschaft mit Jesus befinden.“ Der Gottessohn verrücke die Handlungen, erschaffe eine neue Sicht der Dinge. Ein solcher Mensch werde schnell als „Chaosmacher“ tituliert, denn Anpassung sei oft oberstes Gebot. Freies Leben und Handeln sehe aber anders aus. „Jesus macht Mut, Gewohnheiten und Strukturen in Frage zu stellen.“

Dinge zu „verrücken“ sei hin und wieder nötig, um Kirche in der heutigen Zeit zu gestalten, denn Glaube sei kein beliebiger Gebrauchsartikel, sondern Beziehungspflege zu Gott. „Eine solche wird manches verrücken in unserer Seelsorgeeinheit, in der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen“, unterstrich Halter.

Der Kirchenschlüssel ist Vergangenheit

Menschen im Mittelpunkt „Früher übergab der Dekan bei der Investitur den Kirchenschlüssel, ich möchte Dir heute im Namen unseres Erzbischofs die Menschen dieser Seelsorgeeinheit anvertrauen“, wandte sich Dekan Alexander Halter an den neuen Stadtpfarrer. Umgekehrt werde dieser den Menschen anvertraut. „Achten Sie aufeinander, schätzen Sie die jeweiligen Fähigkeiten aneinander, aber bedenken Sie auch die Grenzen – und seien sie dabei ruhig auch ein bisschen verrückt.“ „Lassen Sie uns gemeinsam einen guten Weg finden“, blickte Michael Knaus in die Zukunft, die so gestaltet werden müsse, dass die Seelsorgeeinheit nicht zu einem „spirituellen Wellnessverein“ und die Kirchen nicht zu Museen würden.

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