Sie ist schmuck und klein, denkmalgeschützt obendrein – und müsste dringend saniert werden: die Rangendinger Klosterkirche. Erbaut in den Jahren 1752/54 ist sie bereits seit 1812 im Besitz der politischen Gemeinde Rangendingen, diente früher als Schule und als Rathaus.

Es müsste viel gemacht werden: von den Heizstrahlern unter den Sitzbänken bis zu den Schäden an der Dachkonstruktion. So viel steht fest: Es dürfte teuer werden.

Allerdings besteht eine sogenannte Grunddienstbarkeit, die die Kostenverteilung zwischen Kommunen und Kirchen regelt. Denn längst finden in dem Klosterkirchlein wieder Gottesdienste statt, sie sind ein schönes Beispiel für gelebte Ökumene. Wobei die Klosterkirche in der überwiegenden Zeit von der evangelischen Kirchengemeinde genutzt wird.

Gemeindeteam wird gefragt

Wenn es um die Sanierung geht, steht die katholische Kirchengemeinde Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen mit in der Baupflicht – oder sie kündigt den Vertrag. Über genau diese Möglichkeit wurde in der jüngsten Pfarrgemeinderatssitzung diskutiert. Die Frage stand klar im Raum: Brauchen die katholischen Gemeindemitglieder in Rangendingen tatsächlich zwei Kirchen: die große St. Gallus-Kirche und die deutlich kleinere – für große Feiern nicht ausreichende – Klosterkirche? Zumal ja auch die Sanierung der Galluskirche drängt.

Bevor der Pfarrgemeinderat entscheidet, soll nun zunächst einmal im Rangendinger Gemeindeteam diskutiert werden. Bei der nächsten Pfarrgemeinderatssitzung am 11. April in Rangendingen soll das Thema dann wieder auf den Tisch.

Und was wird aus dem alten Pfarrhaus?


Leerstand Seit einiger Zeit steht das alte Rangendinger Pfarrhaus so gut wie leer. Lange hatte Pfarrer Norbert Dilger dort gewohnt. Als Dilger im Dezember 2013 schwer stürzte, just auf einer Treppe des Pfarrhauses, wurde dieses eigens noch behindertengerecht umgebaut. Mittlerweile ist Dilger Pfarrer in Rente, lebt zwar weiterhin in Rangendingen, aber nicht mehr im Pfarrhaus. Zumindest die Wohnung unten, bestätigte Pater Artur Schreiber, Leiter der Kirchengemeinde Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen, stehe Dilger dennoch zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

Vermietung Jetzt macht sich der Pfarrgemeinderat Gedanken darüber, was mit dem Pfarrhaus geschehen soll. Denn eigentlich, so der Tenor, sei es doch schade, fast schon unchristlich, Wohnraum leer stehen zu lassen. Wenn die obere Wohnung vermietet werden könnte, zum Beispiel an eine junge Familie, könnte diese sich um den Garten kümmern. Zudem würde die Miete Geld in die stets leere Kirchenkasse bringen. Der Stiftungsrat soll nun klären, wie es eigentlich mit den Mietverhältnissen in dem Gebäude aussieht. Sollte Pfarrer Dilger für das ganze Haus lebenslanges Wohnrecht haben, wäre das Thema natürlich schnell vom Tisch.