Bereits seit März 2018 arbeitet Oliver Saia als Pfarrer zur Dienstaushilfe im evangelischen Dekanatamt in Balingen. Zum 1. April wird der 32-Jährige Balingen jedoch verlassen und nach Haigerloch ziehen, wo er das Pfarramt geschäftsführend übernehmen wird. Die Pfarrstelle ist vakant, seit Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer im Sommer 2019 Haigerloch verlassen hat und nach Wehingen wechselte. Kommer war im Frühjahr 2014 von Hechingen nach Haigerloch gekommen.

Seit einem Jahr in Haigerloch tätig

Die vakante Pfarrstelle in Haigerloch einnehmen kann Oliver Saia vorerst noch nicht, da er sich noch im Probedienst befindet. Aber das Felsenstädtchen kennt er bereits gut. In den vergangenen Monaten war der junge Vikar immer wieder in der evangelischen Gemeinde Haigerloch tätig, feierte Gottesdienste und betreute die Konfirmanden. Im Dezember wurde er der Kirchengemeinde offiziell zugeteilt.

Oliver Saia ist 32 Jahren alt und in Straubenhardt, im nördlichen Schwarzwald, geboren. Er studierte in Tübingen Theologie und ist verheiratet. Sein Vikariat leistete er in Dettenhausen nördlich von Tübingen ab. „Ich liebe gutes Essen, bin natur- und sportbegeistert und mag Diskussionen über Gott und die Welt“, beschreibt er sich selbst auf der Homepage der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Balingen.

Pfarrstelle wird Ende des Jahres ausgeschrieben

Den Wechsel nach Haigerloch sieht Saia als „große Chance“.  Mit der Gemeinde, der er sich im Osterbrief 2019 vorgestellt hat,  steht er offenbar auf gutem Fuß. Wie Kirchengemeinderätin Pernille Jörgensen der HZ bestätigte, soll die Pfarrstelle nun zum Ende der dreijährigen Vikarszeit ausgeschrieben werden. Das bedeutet Ende dieses Jahres. Saia kann sich dann direkt bewerben.

Dass die zeitlichen Abläufe so gut ineinandergreifen, ist ein Zufall. Eine frühere Ausschreibung der Stelle war nicht möglich, weil die Dienstzeit von Pfarrerin Kommer offiziell am 1. September endete, und gleich am 1. Dezember die Kirchengemeinderatswahlen folgten. „Zwischen der Wahl und einer Stellenausschreibung müssen mindestens drei Monate liegen“, erklärt Jörgensen. Der früheste Ausschreibungstermin wäre demnach im Dezember gewesen. Aber stattdessen wurde der verwaisten Gemeinde jetzt der junge Vikar zugeteilt.

In den nächsten Monaten haben Oliver Saia und die Mitglieder der Haigerlocher Kirchengemeinde ausreichend Gelegenheit, sich kennenzulernen. „Für meine Arbeit ist es mir besonders wichtig, dass Menschen mit dem Glauben an Jesus Christus in Kontakt kommen und dabei erleben dürfen, dass dieser Glaube so vielseitig und so vielsprachig sein kann, wie wir Menschen es eben auch sind“, hatte Oliver Saia bereits bei seinem Antritt im Zollernalbkreis erklärt. Er wünsche sich, dass die Menschen ihn ansprechen und mit ihm ins Gespräch kommen.

Eine der größten Aufgaben in der evangelischen Gemeinde Haigerlochs ist die aufwändige Sanierung der Abendmahlskirche in mehreren Etappen.

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Jungingen

Lebendige Gemeinde mit 2000 Mitgliedern


Die Kirchengemeinde Haigerloch mit ihren knapp 2000 Gemeindemitgliedern umfasst die Stadt Haigerloch, den Stadtteil Heiligenzimmern der Stadt Rosenfeld (die ihrerseits zum Kirchenbezirk Sulz gehört) und die Ortsteile Bietenhausen und Höfendorf der Gemeinde Rangendingen.

Im 19. Jahrhundert zogen erste evangelische Bewohner nach Haigerloch, so dass bereits 1861 bis 1863 eine eigene Kirche erbaut und eine eigene Kirchengemeinde gegründet werden konnte. 1864 wurde in Haigerloch das erste Vikariat und 1873 die erste eigene Pfarrei errichtet.