Hechingen Kälte, Kaviar und Borschtsch

Tatjana Erfurt, Lektorin des Russomobils, erklärt den Schülern, was sie bei der russischen Sprache beachten müssen. Foto: Judith Midinet
Tatjana Erfurt, Lektorin des Russomobils, erklärt den Schülern, was sie bei der russischen Sprache beachten müssen. Foto: Judith Midinet
Hechingen / JUDITH MIDINET 02.03.2012
Als Sprach- und Kulturinstitut auf Rädern tourt das Russomobil derzeit durchs Ländle, wirbt für die russische Sprache und macht neugierig auf Russland. Gestern steuerte es das Hechinger Gymnasium an.

"Was fällt euch zu Russland ein?", fragt Lektorin Tatjana Erfurt die Schüler der Klassen 8. Nach einer zögerlichen Pause kommen blitzschnell die Antworten: "Borschtsch, das ist eine russische Suppe. Kaviar! In Russland ist es kalt."

Tatjana Erfurt ist eine Lektorin des Russomobils. Gemeinsam mit ihren Kollegen Wladimir Kuznetsov und Oksana Kogan-Pech gastierte sie gestern am Hechinger Gymnasium. Das Russomobil ist ein Sprach- und Kulturinstitut auf Rädern, das die russische Sprache an deutschen Schulen fördern und den Schülern die russische Kultur näher bringen soll . Initiiert wurde es vom Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften und wird von der Stiftung Russki Mir zur Förderung der russischen Sprache und Kultur gefördert.

Das Russomobil tourt seit April 2010 durch Deutschland und ist schon seit einer Woche im Ländle mit Halt in Reutlingen, Tübingen, Böblingen, Bad Urach, Herrenberg und Hechingen unterwegs. Insgesamt 600 Schüler nehmen in dieser Woche an den Veranstaltungen teil.

Die Nachfrage sei sehr groß, sagt die Projektkoordinatorin Oksana Kogan-Pech. Das Sprachinstitut auf vier Rädern sei das ganze Jahr unterwegs, besonders im Zeitraum von November bis März bevor an den Schulen eine weitere Fremdsprache gewählt werde. Im letzten Jahr habe das Russomobil insgesamt 500 Auftritte gehabt. Die russische Sprache zu lernen sei sinnvoll, denn "Russland ist ein wichtiger strategischer Partner von Deutschland", erklärt sie. Die Sprache sei nicht schwer zu lernen.

Das beweisen auch die rund 20 Schüler aus den Klassen 8 des Hechinger Gymnasiums, die sich für die Veranstaltung angemeldet haben. Erst begrüßen sie sich auf russisch, die erste Scheu verschwindet schnell und schon ist die Neugierde geweckt.

Ein Film präsentiert das größte Land der Welt, zeigt Landschaften, große Städte und die Transsibirische Eisenbahn. "Was habt ihr für Eindrücke", fragt Tatjana danach: "Es gibt viele Häuser mit bunt geschmückten Türmen", stellt einer der Schüler fest. Anschließend werden russische Wörter ihrer deutschen Bedeutung zugeordnet - viele sind sich trotz kyrillischer Schreibweise sehr ähnlich.

Russisch ist kein fremdes Fach am Hechinger Gymnasium. Seit einigen Jahren bietet die Lehrerin Christiane Wünnenberg an der Schule eine Russisch-AG ab der 8. Klasse an. Sie war es auch, die das Russomobil eingeladen hat, das Hechinger Gymnasium zu besuchen. Und die Schüler, die bei dieser Schnupperstunde Feuer gefangen haben, seien selbstverständlich in der Arbeitsgemeinschaft willkommen.

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