Jungingen Jungingen ist und bleibt lebenswert

HORST BENDIX 20.01.2014
Jungingen ist eine lebens- und liebenswerte Gemeinde - trotz des dramatischen Einbruchs bei der Gewerbesteuer. So der Tenor beim Neujahrsbürgertreff.

Der 24. Neujahrsbürgertreff in Jungingens "guter Stube", im Feuerwehrgerätehaus, war am Samstag Anlass für Bürgermeister Harry Frick, kurz und schmerzlos zurückzublicken und auch "a bisserl" vorauszuschauen. Einen dramatischen Einbruch bei der Gewerbesteuer hatte man heuer zu verkraften, dennoch will die Killertalgemeinde weiter in ihre Infrastruktur investieren, so der Bürgermeister.

Anders als üblich fand beim 24. Neujahrsbürgertreff der Empfang an kleinen Tischen statt, um die sich die Gäste schon zu Beginn in lockerer Runde versammelten und rege austauschten. Dazu reichte die Verwaltung als Gastgeberin Getränke und Butterbrezeln.

Der große Saal war wie jedes Jahr gut besetzt, unter anderem mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Rosemann aus Reutlingen und Landrat Günter-Martin Pauli, als Harry Frick mit der großen Glocke läutete und der kleine Männerchor unter der Leitung von Andreas Nam zur Freude des Auditoriums der Gemeinde und ihrer Bürgerschaft mit dem ersten Lied viel Glück wünschte.

"Das Geld wird knapp und ein Unglück kommt selten allein" - mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Frick seine kurze, aber prägnante Ansprache. Die wirtschaftliche Entwicklung sei auch am Junginger Gemeindesäckel nicht spurlos vorüber gegangen.

So seien die geplanten Gewerbesteuereinnahmen von zwei Millionen auf 1,3 Millionen Euro deutlich geschrumpft, was auch die Bürger nicht kalt lasse - wie in den Gesprächen an diesem Abend deutlich wurde.

Die Umlagen an Land und Kreis seien hoch - und nach Abzug der Schuldentilgung blieben von der Zuführungsrate nur noch rund 115000 Euro für Investitionen übrig.

Aus finanzieller Sicht würden deshalb in den nächsten Jahren große Herausforderungen auf die Gemeinde zukommen, gleichzeitig würde aber an Investitionen in die Infrastruktur festgehalten - wie zum Beispiel in die Turn- und Festhalle, wo man den Hallenboden, die Umkleidekabinen sowie die Heizungsanlage erneuern möchte.

Auf der "grünen Wiese" des Kindergartens sollen neue Spielgeräte für die Kinder bereitgestellt werden, außerdem soll der Gemeindesaal saniert werden. Davon profitiere speziell die ältere Generation.

Ein weiteres Großprojekt nannte Bürgermeister Harry Frick die Ortskernsanierung. Der öffentliche Bereich zwischen Volksbank und Einmündung zur Unterdorfstraße im Ortskern soll unter anderem neu gestaltet werden; ferner würden im Ortskern drei neue Bauplätze zur Verfügung gestellt.

Zuletzt verdeutlichte der Rathauschef, dass neben all der finanziellen Schwierigkeiten und den anstehenden Sanierungsprojekten die menschliche Seite nicht vergessen werden dürfe: "Jungingen ist nach wie vor eine lebens- und liebenswerte Gemeinde." Sodann wurde das "Junginger Lied" angestimmt und zum guten Schluss des offiziellen Teils sangen alle gemeinsam das Hohenzollernlied.