Rangendingen / KS  Uhr
Anlass zum Feiern hat der Jugendraum Höfendorf. Am Sonntag, 19. Mai, soll der Abschluss der Sanierungsarbeiten erfolgen.

Ein Jahr lang sei der Jugendraum im Keller unterm Rathaus eine Baustelle gewesen, berichtet Marvin Grupp, der dem Leitungsteam angehört. Und Yanis Ströbele vom Jugendraum schwärmt: „Wir fühlen uns jetzt wieder wohler.“

Die Außenmauer-Sandsteine waren laut Grupp feucht und schimmelig, der Putz musste abgeschlagen und das Gemäuer von einer Stuckfirma mit einer speziellen Schicht versehen werden. Außerdem erhielten die Räumlichkeiten einen frischen Anstrich. Beim Streichen der Innenwände legten die Jugendlichen selbst Hand an. Fast jeden Samstag schwangen die Jungs und Mädchen den Pinsel und machten kleinere Reparaturarbeiten.

Ein Blickfang ist die von Jugendraum-Mitglied Pascal Schmid angefertigte, neue Theke. Sie wurde mit massiven Holzbrettern verschalt. Den bisherigen Tresen riss man ab. Außerdem mussten ein neuer Heizkörper, neue Leuchten, eine kleine Küchenzeile und eine Musikbox her. „Alles ist neu, nur die Bodenfliesen nicht. Die tun’s aber noch“, meint Luca Beiter. Gebraucht sind die Couchgarnituren. An die Decke ist ein Beamer zum Fernsehgucken montiert. Aus Holzpaletten fertigten die Jugendlichen weitere Sitzmöglichkeiten. Dankbar sind sie der Gemeinde für das kostenlose Überlassen der benötigten Materialien.

Den Höfendorfer Jugendraum unterm Rathaus gibt’s laut Luca Beiter schon seit mindestens 20 Jahren. „Ganz früher trafen sich unsere Väter noch in der Molke“, erzählt Pascal Schmid. Derzeit kommen 20 Jugendliche aus dem Ort, teils auch aus der Nachbargemeinde Hart und Trillfingen zum gemeinsamen Freizeitvertreib zusammen. „Mal sind es mehr oder weniger Leute“, so Marvin Grupp.

Die Jugend hört Musik, schaut fern oder spielt Dart. „Ja, wir tanzen hier drin auch manchmal“, gesteht Pascal Schmid. Früher hätte es wegen des Lärmpegels Probleme mit den Nachbarn gegeben. Wenn was Größeres ansteht und es lauter werden könnte, bittet man die Anlieger persönlich um Verständnis. Grupp spricht von guten Kontakten zur Nachbarschaft.

Ab 14 Jahren darf jeder kommen wer will – Schüler, Studenten, Auszubildende oder junge Berufstätige. „Wir verschließen niemanden die Tür“, heißt es. Die ältesten sind 22 Jahre alt. Ein Höchstalter gebe es nicht. „Wir schmeißen niemanden raus“, betont Pascal Schmid, der im Sommer seine Ausbildung zum Schreinergesellen beendet. Wann man austritt, dürfe jeder selbst entscheiden. Meistens seien es berufliche und familiäre Gründe. „Irgendwann stellt sich das automatisch ein“, so Schmid, der noch nicht ans Aufhören denkt.

Im Jugendraum herrscht absolutes Rauchverbot und die strikte Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Man schaue darauf, dass es nicht ausufert, sagen die Jugendlichen übereinstimmend. Gelegentlich inspiziert der Ortschaftsrat die Räumlichkeiten, und jedes Jahr findet laut Grupp eine Hauptversammlung statt.

Die Getränkepreise sind erschwinglich, fast zum Selbstkostenpreis wird verkauft. „Wir wollen aus den internen Getränken keinen Gewinn rausschlagen“, versichert Marvin Grupp. Dafür gebe es genügend andere Veranstaltungen: So führen die Jugendlichen beim Maibaumstellen eine Hockete vorm Bürgerhaus durch. Beim Nikolausfeuer bewirtet man aus einem 30 Jahre alten und kürzlich renovierten Bauwagen heraus mit Leberkäswecken, Glühwein und Kinderpunsch. Im Sommer ist das Jugendhaus-Team Ausrichter des Beachvolleyballturniers, an dem die örtlichen Vereine und Gruppierungen teilnehmen – und sie selbst ebenfalls. Mehrere gewonnene Pokale stehen in der Maueraussparung im Jugendraum. Dieses Jahr gönnt sich der Freundeskreis als Entschädigung einen Hüttenaufenthalt in den Bergen.

Tag der offenen Tür mit Bewirtung

Die Wiedereröffnung feiert der Jugendraum am Sonntag, 19. Mai, ab 15 Uhr, zu der die Öffentlichkeit eingeladen ist. Die Tür zum Jugendraum steht zur Besichtigung offen. Im Bürgerhaus bewirten die Jungs und Mädels ihre Gäste mit Kaffee und Kuchen.

Der Jugendtreff hat immer freitag- und samstagabends und während der Schulferien auch mal unter der Woche geöffnet.