Hechingen Jugendliches Rohrblatt-Trio stellt sich vor

Chiara Holtmann, Klarinette, Cecilia Kaiser, Oboe, und Désirée Mandy Krems, Fagott, gaben ein Konzert.
Chiara Holtmann, Klarinette, Cecilia Kaiser, Oboe, und Désirée Mandy Krems, Fagott, gaben ein Konzert. © Foto: Antonia Lezerkoss
Hechingen / Antonia Lezerkoss 13.03.2018
Drei junge Bundespreisträgerinnengaben in der Jugendmusikschule ein Konzert.

Außergewöhnlich ist wohl das passendste Attribut, das für das Konzert am Samstag im Saal der Jugendmusikschule zutrifft. Außergewöhnlich ist das Alter der drei Musikerinnen Chiara Holtmann, Klarinette, Cecilia Kaiser, Oboe, und Désirée Mandy Krems, Fagott. Außergewöhnlich ist aber auch die musikalische Leistung der drei Bundespreisträgerinnen. Und auch die Werkauswahl mit für den normalen Konzertgänger weitestgehend unbekannten Komponisten war ungewöhnlich.

In spieltechnischer Hinsicht ist sowohl der ernsthafte solistische Vortrag als auch das Zusammenspiel der drei jungen Damen als äußerst anspruchsvoll zu bewerten, vor allem aufgrund des zeitlich weit auseinander liegenden Repertoires zwischen Mozart und Moderne. Das durchweg lebendige und konzentrierte Zusammenspiel sorgte für einen nachhaltigen Höreindruck.

Begleitet von Eri Nakamura-Holtmann am Klavier eröffnete Désirée Mandy Krems schwungvoll am Fagott mit dem heiteren Rondo aus Joseph Willibald Michls (17845-1816) „Concerto in F-Dur“. Es folgte mit zentriertem, warmem Ton ein „Andante“ von Johann Friedrich Fasch (1688-1758). Abwechslungsreich, mit innerer Ruhe und virtuoser Fingergeläufigkeit endete die Jung-Fagottistin ihre Solo-Darbietung mit „Variatoni su un’ Arietta di Pergolesi“. Mit Benjamin Brittens (1913-1976) „Metamorphosen des Ovid“ erklang schöne Oboenmusik aus dem 20. Jahrhundert.

Cecilia Kaiser wusste mit „Pan“ und „Bacchus“, gleichermaßen bukolisch-sanft wie erregend, von den mythologischen Pan-Syrinx-Quellen der Oboe zu künden und „Aerophon“ alle möglichen Klangfacetten zu entlocken.

Perfekt abgestimmt

Werke von Arthur Coquard (1846-1910), Francois Devienne(1759 -1803) und Francis Poulenc (1899-1963) hatte die Klarinettistin Chiara Holtmann im Gepäck. Schwungvoll interpretierte sie „Melodie und Scherzetto op 68 von Coquard“; das Adagio der zweiten Sonate geriet zu einer gelungenen Würdigung von Francois Devienne und der anspruchsvolle, letzte Satz von „Sonata for Clarinette and Piano“ aus der Feder des „Bruders Leichtfuß“ der französischen Musik des zwanzigsten Jahrhunderts Francis Poulenc endete als feuriges Finale.

Im Ensemble musizierten die Musikerinnen Werke von Maurice Faillenot (1920-2010), Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Jaques Ibert (1890-1962). Dabei bildeten die drei zu­sammen ein bis ins kleinste Detail aufei­nander abgestimmte Team, das durch Leichtigkeit beim Spiel fessel­te.

Sie spürten bei Faillenot Tänzerischem nach, verbanden bei Mozart Perfektion mit einfallsreicher Verspieltheit und spielten die luftig-pointenreiche Musik des Jaques Ibert mit französischem Esprit.

Mit strahlenden Gesichtern und einer Zugabe bedankten sie sich für den tosenden Applaus des Publikums. „Trio d’anches“ bedeutet „Rohrblatt-Trio“, das heißt, es spielen Instrumente mit einfachem (Klarinette) und mit doppeltem Rohrblatt (Oboe und Fagott) zusammen.

Die Mädchen haben an der Musikschule Tübingen zusammengefunden. Sie haben sich gemeinsam auf die Teilnahme bei „Jugend musiziert“ vorbereitet, ihre Teilnahme war von überragendem Erfolg gekrönt.