Kino Joe Noack steuert die Zeitmaschine

"DMC" steht auf dem Kühlergrill des Flügentürenflitzers: DeLorean Motor Company. In genau so einem Sportwagen düsten vor 30 Jahren Marty McFly und Doc Brown in die Zukunft. Gestern fuhren Joe Noack (rechts) und sein Sohn Sven (links) sehr zur Freude von Ralf Merkel vorm "Schwanen"-Kino vor.
"DMC" steht auf dem Kühlergrill des Flügentürenflitzers: DeLorean Motor Company. In genau so einem Sportwagen düsten vor 30 Jahren Marty McFly und Doc Brown in die Zukunft. Gestern fuhren Joe Noack (rechts) und sein Sohn Sven (links) sehr zur Freude von Ralf Merkel vorm "Schwanen"-Kino vor. © Foto: Hardy Kromer
Hechingen / HARDY KROMER 22.10.2015
Stilechter als Joe Noack konnte man den "Zurück in die Zukunft"-Tag nicht feiern. Der Hechinger Filmfan und Autoexperte düste in Marty McFlys Zeitmaschine umher - einem original DeLorean-Sportwagen.

Nein, einen Fluxkompensator hatte Joe Noack nicht auch noch eingebaut. Aber sonst hatte der Flitzer, mit dem der Hechinger Cineast und Autoexperte am gestrigen "Zurück in die Zukunft"-Tag durch die Zollernstadt und durchs Ländle düste, jede Ähnlichkeit mit der Zeitmaschine aus Robert Zemeckis' weltweit gezeigten und gefeierten Kultfilm.

Es handelte sich um einen original DeLorean-Sportwagen aus den frühen 1980er-Jahren - jenes Modell, das Marty McFly und Doc Brown im Film zur Zeitmaschine umbauten, um damit just am 21. Oktober 2015 in der Zukunft anzukommen.

Das Flügeltürenauto mit seiner markanten Keilform und der gebürsteten, unlackierten Edelstahlkarosserie, von dem die amerikanische DeLorean Motor Company (DMC) nur 9200 Exemplare herstellte, war gestern im Hechinger Stadtbild ein echter Hingucker. Und die Filmfans, die sich am Abend im "Schwanen"-Kino die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie ansahen, sollten gegen Mitternacht von der Ankunft der originalgetreuen Zeitmaschine überrascht werden. "Wir sind guter Dinge, dass das klappt", sagten Joe Noack und Kinobesitzer Ralf Merkel am Nachmittag unisono. Zunächst waren Abstecher zu Merkels Kinos in Böblingen und Albstadt geplant, wo sich ganz viele Jubiläums-Zeitreisende versammelt hatten.

Joe Noack hat mit seiner gestrigen DeLorean-Tour eine Idee in die Tat umgesetzt, die "aus einer Bierlaune heraus" entstanden war, wie er der HZ erzählte. Bei einem Narrenstammtisch der Fasnetslandschaft Neckar-Alb hatte sich der leidenschaftliche Hechinger Narrhallese mit seinem Obernheimer Kollegen René Schatz über das 30-jährige "Zurück in die Zukunft"-Jubiläum unterhalten. Gemeinsam wollten sie sich am 21. Oktober die Trilogie ansehen. Das Gespräch kam dabei auch auf den DeLorean, den Kinomacher Ralf Merkel als "den eigentlichen Hauptdarsteller" der Filme bezeichnet. "Es wäre so geil, mit so einem DeLorean fahren zu können", waren sich die Narren einig. Noack erinnerte sich daran, dass er in Pflummern bei Riedlingen einen Sportwagen dieses Typs in einer Scheune gesehen hat. Und wie es der Zufall will: Ein Anderer brachte die Telefonnummer des Besitzers bei. Der Kontakt war hergestellt. Der Mann aus dem Oberland ist ein Sammler mit weitreichenden Beziehungen. Das Auto aus der Scheune war bereits vergeben, doch Noack durfte sich für den "Zurück in die Zukunft"-Tag einen baugleichen Flügeltürenflitzer leihen. Und zwar einen mit einer ganz besonderen Geschichte: "Der hier gehörte vor zwei Jahren noch dem Besitzer der Rennstrecke von Indianapolis", erzählt Noack.

Ganz billig war das Leihgeschäft nicht, und Arbeit hatte der selbstständige Kfz-Mechatronikermeister auch noch. Bevor er gestern seine Zeitmaschine starten konnte, musste er noch die Antriebswelle und die Kraftstoffpumpe reparieren. Für Joe Noack kein Problem: "Die analoge 80er-Jahre-Technik ist ziemlich überschaubar."

Zwei Stunden vor dem Filmstart war der DeLorean startklar. Joe Noack warf die Maschine an, um Kumpel René Schatz abzuholen. Nur Ignoranten wünschten "Gute Fahrt!" Ralf Merkel hatte den richtigen Abschiedsgruß auf den Lippen: "Guten Flug!"

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