Zollernalbkreis Jetzt wird’s kritisch in den Flüssen

Und das ist sogar schon einige Tage her. Seither hat die Starzel am gleichnamigen Park noch weniger Wasser  - und nichts wäre es für Maria Poppel und Thomas Jauch, das städtische Öffentlichkeitsarbeitsteam, mit der Abkühlung.
Und das ist sogar schon einige Tage her. Seither hat die Starzel am gleichnamigen Park noch weniger Wasser  - und nichts wäre es für Maria Poppel und Thomas Jauch, das städtische Öffentlichkeitsarbeitsteam, mit der Abkühlung. © Foto: Rosemarie Beiter
Zollernalbkreis / swp 01.08.2018
Die Trockenheit fordert im Zollernalbkreis ihren Tribut: Sollte es nicht kräftig regnen, gibt’s ein Entnahmeverbot.

Die kritische Marke bei Wasserständen ist erreicht. Mit dieser Warnung ist das Landratsamt in Balingen am Dienstagnachmittag an die Öffentlichkeit gegangen. Teil 2 der Nachricht: Aktuell wird um Zurückhaltung bei Wasserentnahmen aus Flüssen und Bächen gebeten. Das freilich kann bei anhaltender Trockenheit  zum Verbot werden. Immerhin: Für heute ist Regen angesagt. Es kann aber auch Unwetter geben.

Die anhaltende Hitzewelle, verbunden mit fehlenden, vor allem  nachhaltigen Niederschlägen haben dazu geführt, dass die Pegel der Bäche und Flüsse im Zollernalbkreis eine kritische Marke erreicht haben. Konkret betroffen sind hier vor allem Eyach, Starzel, Schlichem und deren Zuflüsse. An zwei Dritteln der Pegel im Landkreis liegen derzeit bereits die Wasserstände beziehungsweise die Abflüsse im Niedrigwasserbereich. Durch die niedrigen Wasserstände wiederum erhöhen sich die Schadstoffkonzentration und die Temperatur in den Gewässern. Dies führt zu einem geringen Sauerstoffgehalt. Dadurch werden die Bestände von Fischen und Kleinstlebewesen gefährdet.

Örtlich begrenzte Regenschauer tragen kaum nachhaltig zu einer Verbesserung der Situation bei, da die Niederschläge von Boden und Vegetation vollständig aufgenommen werden.

Diese bereits angespannte Situation kann sich zusätzlich dadurch verschärfen, dass während der Trockenheit durch Abpumpen oder durch direktes Ableiten Wasser entnommen wird. Das Landratsamt bittet deshalb dringend darum, derartige Wasserentnahmen zu unterlassen oder sich in Notfällen vorher mit dem Landratsamt (Umweltamt) abzustimmen. Damit verbunden ist ein dringender Appell an das Verantwortungsbewusstsein aller.

Wenn sich die Situation weiter verschärft, könnte das Landratsamt mit einem formellen Verbot des Gemeingebrauchs an Fließgewässern reagieren. Ein derartiges Verbot war zuletzt im Sommer 2003 im Zollernalbkreis notwendig geworden.

Auch fürs Wasserschöpfen gibt es Bestimmungen

Abpumpen Die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern durch Abpumpen ist grundsätzlich nur zulässig, wenn dafür die ausdrückliche Entnahmeerlaubnis der Unteren Wasserbehörde (Landratsamt) erteilt wurde.

Kleinere Mengen Ohne Erlaubnis zulässig sind grundsätzlich nur Wasserentnahmen für den Gemeingebrauch, wie zum Beispiel das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern oder Gießkannen.

Ausnahmefälle Lediglich Landwirte und Gartenbau- und Forstbetriebe dürfen in Ausnahmefällen auch Pumpen benutzen, sofern es sich um geringe Mengen handelt. Das Gewässer darf dazu nicht aufgestaut werden und keinesfalls darf es durch die Entnahme trocken fallen.

Da gibt’s Infos Eine wasserrechtliche Erlaubnis sowie weitere Informationen sind beim Landratsamt Zollernalbkreis, Umweltamt, telefonisch unter 07433/92-1771 erhältlich.

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