Ein bissle erinnert es mittlerweile an das Spiel „Monopoly“: Statt ganzen Straßen kauft die Hechinger EJL-Gruppe zwar einzelne Gebäude, aber die reihen sich teilweise stattlich aneinander. Und es geht munter weiter: Die ganz aktuellen Objekte der Begierde sind vier teilweise historisch wertvolle Gebäude am Hechinger Schloßplatz.

Gemeinderat will aktiv werden

Allerdings hat man im Gemeinderat beziehungsweise im Rathaus ganz offenkundig genug von der Rolle des Zuschauers. Für kommenden Dienstag, 18. Februar, ist völlig überraschend eine Sondersitzung des Kommunalparlaments anberaumt worden. Lässt man die Punkte 2 und 3, Verschiedenes und Bekanntgaben, außen vor, geht es einzig darum: „Grundstücksangelegenheiten Schloßplatz 6, 7 und 8 und Schloßstraße 21 – Entscheidung über das Ausüben des besonderen Vorkaufsrechts“.

Das bedeutet, dass das Gremium darüber entscheidet, ob die Stadt dem Käufer der vier Gebäude in die Beine grätscht. Rechtlich geht das in Ordnung, weil es sich ums Innenstadt-Sanierungsquartier handelt. Da hat die Kommune das Vorrecht, um ihre eigenen städteplanerischen Ideen umsetzen zu können. Ob sich das Vorhaben auch finanziell meistern lässt, ist eine andere Sache. Die Stadt ist, wie aus den jüngsten Haushaltsberatungen überaus deutlich zu vernehmen war, wegen der vielen Folgekosten jüngerer Projekte und noch etlichen weiteren anstehenden Aufgaben etwas klamm und hatte durchaus ihre Mühe, den Etat dieses Jahres auszugleichen.

Was der Wert wohl sein mag?

Der Zustand der Gebäude wiederum ist nicht unbedingt dergestalt, dass es sich um einen unvorstellbar hohen Betrag drehen kann, der beglichen werden müsste. Vor knapp vier Jahren stand das Ensemble für annähernd 1,3 Millionen Euro zum Verkauf.

Konkret handelt es sich um das Haus Schloßstraße 21, wo der Caritasverband Zollern seinen Tafelladen und das Second-Hand-Bekleidungsgeschäft untergebracht hat. Am Schloßplatz selbst geht es um den früheren Marstall und das rechtwinklig angrenzende Gebäude, in dem ein türkisches Lebensmittelgeschäft angesiedelt ist. Beim einst fürstlichen Pferdestall spricht wohlgemerkt der Denkmalschutz ein gehöriges Wort mit. EJL wollte am Mittwoch keine Stellungnahme zum Schloßplatz geben.

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Nein, danke! Im April des Jahres 2016 standen die Gebäude am Schloßplatz schon einmal zum Verkauf, in der gleichen oder einer ähnlichen Konstellation. Die Stadt war damals zwar noch heftig auf der Suche nach einem Kaufhaus- oder Lebensmittel-Standort, winkte aber ab. Die Kaufsumme sei im Haushaltsplan „nicht darstellbar“ hatte die damalige Bürgermeisterin Dorothea Bachmann erklärt. kle