Hechingen/Burladingen Je mehr Gefälle, desto besser

Ohne viel Gefälle funktioniert es nicht.
Ohne viel Gefälle funktioniert es nicht.
STEPHANIE APELT 26.01.2012
Pumpspeicherkraftwerke sorgen dafür, dass Energie dann zur Verfügung steht, wenn sie gebraucht wird. Jetzt geht es um die Standortfrage.

Der Regionalverband Neckar-Alb geht zügig voran. Längst sind mögliche Standorte für Windkraftanlagen ausgewiesen. Im Zollernalbkreis kommen wohl zwei in Betracht: auf dem Geißbühl bei Salmendingen (oberhalb des beliebten Skihangs) sowie im Dreieck zwischen Haigerloch, Rangendingen und Grosselfingen.

Doch Windenergie ist natürlich vor allem dann sinnvoll, wenn sie auch gespeichert werden kann. Also hat sich der Regionalverband mittlerweile auf die Suche nach geeigneten Standorten für Pumpspeicherkraftwerke gemacht.

Wasser wird in die Höhe gepumpt, um es bei entstehendem Energiebedarf wieder abzulassen. Die dazwischengeschalteten Turbine erzeugt Strom und speist diesen ins Netz ein. Nur rund 20 Prozent der Energie gehen durch den Pumpvorgang verloren.

In Alpenländern macht man sich das Prinzip schon lange zu nutzen. Bis zu einem Kilometer lange Gefällstrecken finden sich hier. Nun kann die Alb höhenmäßig nicht ganz mit den Alpen mithalten, doch am Albtrauf wird immerhin ein Unterschied von rund 350 Metern, im Neckartal von 150 Metern gemessen.

Generell gilt: Je mehr Gefälle, desto besser. Liegt das Oberbecken doppelt so hoch wie das untere Becken, wird nur halb so viel Wasser gebraucht.

39 Standorte nahm der Regionalverband Neckar-Alb in die engere Wahl. Im Kreis Reutlingen könnte zum Beispiel das bestehende Pumpspeicherkraftwerk in Glems, erbaut Anfang der 60er Jahre, erweitert werden. Unter- und (280 Meter höher liegendes) Oberbecken sind hier mit einer 1400 Meter langen Triebwasserleitung verbunden. Das Unterbecken hat ein Fassungsvermögen von gut einer Million Kubikmeter Wasser. Bei Kraftwerken der neueren Generation rechnet man mit drei Millionen Kubikmeter, also drei Mal so viel. Das ist kein Pappenstiel - und entsprechend sind die Kosten: rund 400 bis 500 Millionen Euro. Einsteigen könnten die großen Energieanbieter, aber auch Kommunen, die sich zusammenschließen. Als zweiter Standort im Kreis Reutlingen käme Pfullingen/Sonnenbühl in Frage.

Und auch im Zollernalbkreis wurde der Regionalverband fündig. Doch ob mögliche Standorte auch umgesetzt werden, hängt von vielen Faktoren ab. So wäre der Plettenberg bei Dotternhausen wunderbar geeignet, doch da wird in den nächsten 30 Jahren Kalkstein abgebaut. So engt sich die Liste, selbst wenn sich der Albtrauf anbietet, schnell ein. So war Jungingen angedacht, aber dort wären die Eingriffe zu massiv. Auch Bisingen ist weg.

Momentan noch drauf: neben Albstadt wohl Burladingen und Hechingen. Schön hoch liegt das Heufeld zwischen Ringingen und Salmendingen (wie gesagt: Salmendingen käme als Windkraftstandort in Frage). Ebenfalls am Trauf finden sich Schlatt und Beuren.

Der Regionalverband will aber erst noch die jeweiligen Gemeinderäte anhören.