Über 170 Salmendinger Bürger waren gekommen, um dem Rückblick des Ortsvorstehers zu lauschen. Beziehungsweise, ihn zu sehen. Wie immer hatte Erwin Straubinger seinen Bericht mit Bildern und Videos unterlegt.

Und wie immer hatte der Ortsvorsteher nicht allein das politische Geschehen in den Blick genommen, sondern akribisch das Dorfleben im Allgemeinen festgehalten, darunter Fasnet, Kirbe, Hauptversammlungen, die 72-Stunden-Aktion oder die kirchlichen Hochfeste.

Unnötig und teuer

Auch Unerfreuliches tauchte in Wort und Bild auf, mehrfach musste der Fronmeister Müll und ausrangierte Gegenstände aller Art aus der Flur klauben, zudem hat jemand die neuen Blumenkübel in der Ackertalstraße umgeschmissen und die „Street Buddies“ – beides diente der Geschwindigkeitsbegrenzung – kaputt gemacht. Nicht zuletzt wurde eines der Ortsschilder geklaut. „Nicht lustig“, wie Straubinger meinte, sondern unnötig und auch „sehr teuer“. Wer am Bühlberg bündelweise geschützte Orchideen geklaut hat, ließ der Ortsvorsteher offen: Handelte es sich um einen operativen Schlag von Kriminellen – oder waren es möglicherweise ,nur’ Wildschweine?

Zu dem, was im vergangenen Jahr nicht gelungen ist, gehört die geplante Erschließung des Baugebietes „K 49“. Es fand sich kein Unternehmen für den Auftrag. Ebenso musste die Sanierung der Ortsdurchfahrt aus technischen Gründen verschoben werden.

Schlimm? Nein, die positive Bilanz überwiegt bei weitem. So fasste der Ortschaftsrat den Aufstellungsbeschluss für das Schuppengebiet Tellenbühl und für die Erweiterung des Gewerbegebietes Häuslerwasen. Entlang der Ortsdurchfahrt wurden auf der Talseite Straßenlaternen und etliche neue Randsteine gesetzt. In diesem Jahr, kündigte Straubinger an, ist die Seite hangwärts an der Reihe. Zugleich werde die Ortsdurchfahrt saniert, werden Wasserleitungen, Kanäle und der Straßenbelag erneuert.

Sperrung der Ortsdurchfahrt ist notwendig

Allerdings, so machte der Dorfchef klar, muss während dieses Zeitraums die Durchfahrt gesperrt werden. Beginnen sollen die Arbeiten laut Aussage der Straßenbaubehörde im zeitigen Frühjahr. Straubinger: „Dafür lege ich aber nicht die Hand ins Feuer. Man hat uns schon so oft was versprochen, was dann nicht geklappt hat oder verschoben wurde.“

Abgearbeitet ist hingegen die Erneuerung der Kreisstraße K 7161 vom Kornbühl bis zum Dorfeingang und vom Dorfausgang bis nach Melchingen. Weiterhin verfügt das Dorf seit geraumer Zeit über Stelen für Urnengräber. Zudem wurden auf dem Friedhof vier Linden vom Totholz befreit. Zwei weitere sollen in diesem Jahr folgen.

Bürgerschaftliches Engagement zum Wohle des Dorfes

Neu formiert hat sich außerdem der Ortschaftsrat. Vier Mitglieder schieden nach der Kommunalwahl aus, vier neue traten an ihre Stelle. Die Gesamtzahl der Kandidaten betrug zwölf – was der Ortsvorsteher als ein weiteres Zeichen dafür wertete, dass den Salmendingern das Wohl ihres Dorfes am Herzen liegt und sie bereits sind, sich dafür einzubringen.

Daneben haben etliche Reparaturen an öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen stattgefunden und wurde eine Teilfläche des Ghaiberges gerodet. Sichtbare Ergebnisse brachte auch der Umweltaktionstag, an dem sich wieder etliche Bürger beteiligten.

Die Freude darüber, dass die Ortschaft vom Verein „Blumenwiesen-Alb“ für ihre Landschaftspflege erhielt, stand Erwin Straubinger noch ins Gesicht geschrieben.

Abschließend richtete der Ortsvorsteher den Blick auf die kommunalen Vorhaben des kommenden Jahres, erinnerte an die Sanierung der Ortsdurchfahrt, kündigte die Pflasterung des Dorfplatzes am Nepomukbrunnen mit Rasengittersteinen an, nannte die Erschließung des Baugebietes „K 49“, des Schuppen- und die Erweiterung des Gewerbegebietes.

Daneben werde sich der Ortschaftsrat um den Kauf einer weiteren innerörtlichen Fläche für weitere Bauplätze bemühen. Das Geld dafür will Straubinger in der Haushalts-Klausurtagung des Gemeinderates beantragen.

Stolz auf die Mitbürger

Dorffeste, Arbeitseinsätze an Gebäuden, an kommunalen Einrichtungen und in der Natur. „All das wäre ohne eine engagierte Bevölkerung und Menschen, die Zeit und Energie für das Ehrenamt opfern, nicht möglich gewesen“, bekräftigte Straubinger zum Schluss. Er sei stolz auf seine Mitbürger!

Den Dank des Ortsvorstehers erwiderte dessen Stellvertreter Norwin Mössmer, der keinen Zweifel daran ließ, dass die Salmendinger umgekehrt mit ihrem Dorfchef mehr als nur zufrieden sind.

Dem Schlussapplaus folgte die Einladung zum Stehempfang. Grüppchenweise stand man zusammen, plauderte, lachte und stieß auf das Gelingen der kommenden Monate an.

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Zahlen aus dem Jahreslauf


Statistik Salmendingen zählte zu Beginn des neuen Jahres 738 Einwohner, zwölf mehr als 2018. Sieben Einwohner kamen zur Welt, drei sind gestorben. Zwei Paare schlossen den Bund der Ehe. Ein Paar feierte Goldene Hochzeit, zwei weiteren konnte man zum Diamantenen Ehejubiläum gratulieren. Zwei Bürger feierten 95. Geburtstag, zwei blickten auf 90. Lebensjahre zurück, drei auf 85, sechs auf 80. Im Schlachthaus fanden 16 Schlachtungen statt, 1090 Brote wurden im Bachhaus gebacken. Zwei neue Häuser wurden erbaut, 20 Mal war die Kornbühlhalle belegt, zwölf Gewerbe hat man angemeldet. Auf 1194,90 Euro beliefen sich die Spenden im Opferstock der St.-Anna-Kapelle. Sie werden für Renovierungen des Kirchleins verwendet.