Am Abend vor dem 1. Advent war die neue Hartemer Eichwaldhalle festlich-weihnachtlich herausgeputzt: Zwischen Tannenbäumchen und funkelnden Lichterketten freute sich Wolfgang Fechter, Vorsitzender des Musikvereins Hart, die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer begrüßen zu dürfen.

Nach zwei Jahren Bauzeit, die man unter anderem mit einem Kirchenkonzert erfolgreich habe überbrücken können, könne nun endlich das erste Jahreskonzert in der neuen Halle gespielt werden.

Doch ehe die Stammkapelle des Musikvereins Hart die Bühne betrat, durfte die gemeinsame Jugendkapelle aus Bad Imnau, Haigerloch, Hart und Trillfingen ihr Können unter Beweis stellen. Dirigiert von Mathias Kessler, eröffneten die Jungmusiker das Konzert kraftvoll mit „Les Misérables“, einem Medley aus dem Soundtrack der gleichnamigen Musicalverfilmung. Weiter ging es mit dem andächtigen „Hallelujah“ von Leonard Cohen.

Abschied aus der Jugendkapelle

Mit dem offiziell letzten Stück führte die Juka die Besucher quer durch alle sieben Bände der „Harry Potter“-Reihe. „Das Stück stellte uns beim Proben vor einige Herausforderungen“, berichtete Trompeter Luis Schmidt, der bei seinem ersten Konzert souverän durchs Programm führte. Die Schwierigkeit schien jedoch umso mehr Motivation für den Musikernachwuchs zu sein: Sicher und dabei äußerst facettenreich trug das Orchester die Geschichte des jungen Zauberers vor.

Nach der traditionellen Zugabe, dem „Böhmischen Traum“, verabschiedete sich die Kapelle schließlich von ihren Gründungsmitgliedern Marc Göppel und Leon Bürkle, die beide verlässliche Stützen des Orchesters gewesen waren.

„Vita Pro Musica“ – ein Leben für die Musik: Was für jeden leidenschaftlichen Musiker gilt, brachte das Aktivenorchester des MV Hart auf die Bühne. Ein mehrfach auftauchendes Fanfarenmotiv, „gepaart mit einer lyrischen Hymne“, sowie ein gewaltiger Schlusston waren ein angemessener Auftakt für den zweiten Konzertteil. Joanna Mindreanu und Sarah Junker erzählten die Geschichten hinter den Kompositionen, die die etwa 35 Musikerinnen und Musiker mit ihrem Dirigenten Julian Waibel einstudiert hatten.

Im schwungvollen „Around the Whiskey Jar“ wurden verschiedene irische Volkslieder kombiniert, die „zum Singen, Trinken und Entspannen“ einladen sollten. Immer wieder wurden die Melodien mal laut und schnell, mal leise und ruhig durch alle Register gereicht, bevor zu guter Letzt alle gemeinsam „What shall we do with the drunken sailor?“ sangen.

Rührendes Trompetensolo

„Game of Thrones“ ist schon lange nicht nur Fantasy- und Serien-Freaks ein Begriff. Mythen, Intrigen, Kriege – was Autor George R.R. Martin in seiner erfolgreichen Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ beschrieb, präsentierte der MVH in der Emmy-prämierten Filmmusik von Ramin Djawadi. Die düsteren, mächtigen und erhabenen Melodien wurden vor allem von Blech und Schlagwerk dominiert, während auch das Holz Akzente setzte.

Die Musicalballade „A Million Dreams“ hatte den Werdegang des „Greatest Showman“ P.T. Barnum zum Thema. Seine Hoffnungen auf ein besseres Leben spiegelten sich in einem rührenden Trompetensolo von Dieter Klingler und immer wieder zart instrumentierten Stellen wider.

Gewagter Sprung auf die Bühne

Recht behielt Sarah Junker, als sie einen „radikalen Stilwechsel“ ankündigte. Die krachende Neubearbeitung des „Maxglaner Zigeunermarsches“ beinhaltete neben heiterer Faschingsmusik auch die Titelmelodie von Tarantinos „Pulp Fiction“. Fast schon beängstigend motiviert, zeigte sich dabei Dirigent Waibel, als er mit Schwung auf die Bühne gesprungen kam.

Stimmungsvoll und entspannt war abschließend die „Böhmische Serenade“, eine flotte Polka, besinnlich und feierlich die „Bergweihnacht“, die der MV Hart als Zugabe vorbereitet hatte. Wolfgang Fechter schloss sich dieser musikalischen Einstimmung auf die Weihnachtszeit an, dankte Musikern, Dirigenten und Helfern und wünschte allen ein frohes Fest und bereits ein gutes neues Jahr.

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