Hechingen Jäger sehen sich als Gemeinschaft

Im Rahmen der Hauptversammlung der Kreisjägervereinigung Hechingen ehrten Kreisjägermeister Walter Greff und sein Stellvertreter Markus Schuler zahlreiche treue Mitglieder.
Im Rahmen der Hauptversammlung der Kreisjägervereinigung Hechingen ehrten Kreisjägermeister Walter Greff und sein Stellvertreter Markus Schuler zahlreiche treue Mitglieder. © Foto: Diana Maute
Hechingen / Diana Maute 16.04.2018
Die Kreisjägervereinigung Hechingen will Herausforderungen gemeinsam angehen.

In der Hauptversammlung am Freitag im „Museum“, die von den Jagdhornbläsern klangvoll umrahmt wurde, konnte Kreisjägermeister Walter Greff auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Beachtliche 34 Neueintritte ließen die Vereinigung auf 450 Mitglieder anwachsen.

Dass die Waidmänner eine starke Gemeinschaft bilden, ist wichtiger denn je. Beherrschendes Thema ist derzeit nämlich die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest. „Manche sprechen hier von der größten Herausforderung, mit der die Jagd je konfrontiert wurde“, betonte Greff. „Hoffen wir, dass diese Aussage stark übertrieben ist, aber nehmen wir die Aufgaben ernst, die damit verbunden sind.“ Die Bejagung des Schwarzwilds müsse weiterhin mit allen waidmännischen Mitteln forciert werden, unter anderem durch revierübergreifende Jagden. Die vom Bauernverband geforderte Reduktion des Wildschweinbestandes um 70 Prozent bezeichnete der Kreisjägermeister aber als utopisch. Bei aller Notwendigkeit der starken Bejagung dürften die Waidgerechtigkeit und der Tierschutz für diese edle Wildart nicht außer Acht gelassen werden.

Gelassen beim Thema Wolf

Beim Thema Wolf plädierte Greff, die Diskussion gelassen zu verfolgen, forderte vom Umweltministerium aber auch ein Mitspracherecht der Jäger und Landwirte. In Sachen Luchs sei davon auszugehen, dass dieser sich langfristig gesehen wohl zum „Dauergast“ entwickeln werde.

Erfreulich für die Jäger ist, dass der Schießstand in Stein immer stärker genutzt wird. 203 Kandidaten legten hier im vergangenen Jahr erfolgreich die Jägerprüfung ab. Dank der regen Hilfe vieler Mitglieder konnten die bisherigen Gesamtkosten für die Baumaßnahmen hier deutlich günstiger gehalten werden. „Eine Leistung, auf die wir stolz sein können“, unterstrich Greff.

Dorothee Müllges, Leiterin des Sozial- und Rechtsdezernats im Landratsamt, gewährte Einblick in die Jagdstatistik 2016/2017. Beim Schwarzwild und bei den Rehen gingen die Strecken leicht zurück: 1120 Wildschweine und 4260 Rehe wurden geschossen. Dazu 1402 Füchse, 91 Feldhasen und 262 Dachse. Für dieses Jahr zeichne sich bereits eine Rekordstrecke ab.

Über „Aktuelles aus dem Veterinärwesen“ referierte Dr. Ulrich Stähle. Er klärte über Ursprung und Gefahren der Afrikanischen Schweinepest und den Umgang mit der Seuche auf. Als wichtigen Schritt bezeichnete er die Prävention, denn „wenn sie erst einmal da ist, wird sie uns lange erhalten bleiben“. Deshalb sei die Mitarbeit jedes einzelnen Jägers sehr wichtig.

Jagd mit Herzblut

Einblick in ihre Tätigkeit gaben die beiden Obmänner Detlef Kuhn (Hunde) und Tobias Schober (Jugend). Neuer Biotopobmann ist Matthias Kohler aus Jungingen. Der Kassenbericht wurde von Schatzmeisterin Marlies Iro vorgelegt, der die Prüfer Dietmar Eger und Michael Schneiderhan eine saubere Buchführung bescheinigten.

Hechingens Erster Beigeordneter Philipp Hahn bedankte sich bei den Jägern für ihren Einsatz: „Die Jagd wird von Ihnen immer mit Herzblut betrieben.“ Die Stadt Hechingen werde auch weiterhin keine Gebühren für Waffenkontrollen erheben, versprach er. Zudem stellte er eine Steuerbefreiung für Jagdhunde in Aussicht: „Darauf arbeiten wir für 2019 hin.“

Trichinenproben kostenlos

Landrat Günther-Martin Pauli ging ebenfalls noch einmal auf das hochaktuelle Thema Afrikanische Schweinepest ein. Prävention sei hier eminent wichtig. „Wir haben deshalb beschlossen, als erster Landkreis auf die Gebühren bei der Untersuchung von Trichinenproben zu verzichten.“ Außerdem seien im Kreis sieben Verwahrstellen für Aufbruch geplant. „Wir müssen die Herausforderungen gemeinsam und sachorientiert angehen“, lautete sein Appell.

Dank für langjährige Treue

Für 25 Jahre: Karl-Anton Heck (Weilheim), Christophe Hentsch (Wessingen), Frank Keller (Grosselfingen), Norbert Kuhn (Rangendingen), Robert Maier (Ringingen), Karl-Anton Neuburger, Theo Vögtle (beide Burladingen), Harald Riester (Hart), Rolf Schauwecker (Schlatt), Rolf Sickinger (Hechingen), Franz Vickermann (Bisingen).

Für 40 Jahre: Friedrich Baur (Boll), Stefan Beck (Stuttgart), Robert Buckenmaier (Hechingen-Stetten), Gebhard Kränzler, Erwin Zelzer (beide Gruol), Hans-Peter Maurer (Schlatt).

Für 50 Jahre: Joachim Alisch (Balingen), Karl Franz Eger (Bad Imnau), Friedrich Meßmer, Josef Meßmer (beide Burladingen), Heinrich Ruff (Bechtoldsweiler), Roland Trojan (Bittelbronn).

Für 60 Jahre: Walter Heitzler (Burladingen). Friedrich und Josef Meßmer wurden außerdem für 50-jährige aktive Mitgliedschaft in der Bläsergruppe des Hegerings Alb geehrt.

Trophäenbewertung: Thomas Teuber, Alfred Kohle, Josef Pflumm.

Ihre Jägerbriefe erhielten: Oliver Wolf, Yvonne Gundlach, Markus Koester, Kai Mundt, Steffen Peter, Jonathan Redeker.

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