Sickingen / Von Sabine Hegele  Uhr
Die Telekom muss ihre Mobilfunkstation nicht abbauen: Der Sickinger Ortschaftsrat stimmte einer neuen Vereinbarung zu.

Wo mir sind, isch vorne“ – ja, auch Sickingen gehöre zu den „Global Playern“, schickte Ortsvorsteher Gerhard Henzler in der Sitzung des Sickinger Ortschaftsrates am Montagabend voraus. Jedoch: In der Vergangenheit seien auffallend viele Erkrankungen von Menschen, die rund um den Wasserturm zuhause sind, den dort postierten Antennenanlagen und dem von ihnen ausgehenden Elektrosmog zugerechnet worden.

Aus diesem Grund hatte der Ortsvorsteher den Telekom-Kommunalbeauftragten Ingo Reinhardt in die Sitzung eingeladen, um den zahlreich erschienen Bürgerinnen und Bürgern sowie natürlich dem Ortschaftsrat Rede und Antwort zu stehen. Und der ließ keinen Zweifel auch an seiner persönlichen Überzeugung, dass die Sicherheitsabstände und Grenzwerte – von Fachgremien festgelegt und in der Gesetzgebung der Regierung über das Bundesimmissionsschutzgesetz verankert – eingehalten würden… und „mit ganz viel Puffer“ berechnet seien.

„Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, äußerte sich Horst Haberhauer zweifelnd. Und fragte nach: „Was bisher vom Wasserturm gesendet wurde, war nicht schädlich?“ „Nein“, äußerte sich Ingo Reinhardt unmissverständlich. Wie es sich verhält, wenn auf dem Wasserturm eine 5G-Antenne (die sieben Frequenzbänder auf einmal abdeckt) montiert wird? Erstens, so der Telekom-Mann, gingen bis dahin noch viele Jahre ins Land („dafür haben wir noch keine Pläne in der Schublade“); zweitens würden auch dann die vorgegebenen Grenzwerte zwingend eingehalten.

Jakob Ruff blieb skeptisch, zumal Elektrosmog zu Zell- und Nervenproblemen führen könne. „Wie kann ich sicher sein, dass die Grenzwerte langfristig eingehalten werden?“ – fühlte er Ingo Reinhardt beharrlich auf den Zahn. Der blieb dabei: „Ich kann’s Ihnen nicht beweisen, aber: Wir halten die Grenzwerte ein.“

Wichtig ist es darauf hinzuweisen, dass Sickingen aktuell nur „sprachversorgt“ wird – über eine reine Sprachverbindung. Optional ist lediglich an eine Ergänzung um die LTE-Technik (die höhere Datenübertragungsraten ermöglicht) gedacht. Ganz grundsätzlich, erläuterte Ingo Reinhardt am Montagabend, müssen zum Erreichen der Breitbandziele ausreichend Standorte nachgewiesen werden. Und die müssen harmonieren. „Mobilfunkstandorte können nicht x-beliebig positioniert werden“, machte der Kommunalbeauftragte der Telekom deutlich. Konkret heiße das, wenn die Sickinger die Mobilfunkstation auf dem Wasserturm abgebaut haben wollten und sich auch für keinen Alternativstandort (im Gespräch waren ein Platz inmitten des Neubaugebiets Witzenhart sowie die Fläche rechterhand des Ortseingangs, von Bodelshausen herkommend) erwärmen könnten, müsste und würde die Telekom in die Privatakquise gehen. Mit dem Ziel, ein Dach oder ein Grundstück zu pachten, um dort einen Sendemast zu positionieren.

In diesem Fall, gab Ortschaftsrat Andreas Bogenschütz zu bedenken, habe die Gemeinde keinerlei Einfluss mehr auf etwaige Vertragsinhalte, dazu sei eine Vereinbarung mit Privatkunden genehmigungsfrei. Ohne irgendeinen Standort, legte Reinhardt nach, „geht in Sickingen gar

 

 

nichts mehr“, gebe es weder einen Sprach- noch einen Datenfluss. Das könne nicht im Sinne der Ortschaft sein, machte Ortschaftsrat Gebhard Daiker deutlich. „Ich will nicht, dass Sickingen funklos bleibt.“

Das wollen auch seine Kollegen – und ebenso große Teile der Bevölkerung – nicht: „Wir müssen uns der Zukunft stellen“, zum Wohle der nächsten Generationen.

Elekromagnetische Felder gut erforscht

Die Wirkung elektromagnetischer Felder ist gut erforscht, sagt die Weltgesundheitsorganisation. Diese gehört neben der Internationalen Strahlenschutzkommission und anderen Institutionen zu jenen Fachgremien, die die Grenzwerte festlegen. Diese finden Niedergang in der Gesetzgebung der Regierung im Rahmen der Bundesimmissionsschutzverordnung.

Das Bundesamt für Strahlenschutz sagt: Bei der Einhaltung von Sicherheitsabständen und Grenzwerten ist keine gesundheitsschädliche Wirkung zu befürchten.