Historisches Vorbild ist der „Vermesserplan“ von 1861. Der älteste erhaltene Plan des Hechinger Fürstengartens liefert die Vorlage für die Neugestaltung des Villa-Vorplatzes, die jetzt im Rahmen des mehrjährigen Parkpflegewerks begonnen hat. Schon in zwei bis drei Wochen werde man eine Vorstellung davon bekommen, wie der „neue“ Vorplatz aussieht, sagt Rainer Wiesenberger, der Leiter des städtischen Sachgebiets Forst und Natur. Grob gesagt, wird die Rasenfläche vor der Villa etwas kleiner werden, die im Oval darum herumführende Kiesfläche dagegen größer.

Das Frühlingswetter macht es möglich

Eigentlich, so erzählt der Stadtförster, der die Aufsicht über die Umsetzung des vom Gemeinderat beschlossene Parkpflegewerk hat, hatte man noch im alten Jahr mit der „Komplettrenovierung“ des Villa-Vorplatzes beginnen wollen. Weil dann aber noch die Premiere des Fürstlichen Weihnachtsmarktes auf eben diesem Platz über die Bühne gehen sollte, wurde der Baustart aufs neue Jahr verschoben. Dass der Bagger dann bereits am 15. Januar vorfahren könnte, hatte man sich freilich nicht träumen lassen. Möglich macht’s das vorzeitige Frühlingserwachen, das wir in diesen Tagen zu erleben scheinen.

Die Grasnarbe wird abgetragen

Also begann das Team der Gartenbaufirma Zanger am Mittwochmorgen damit, die Grasnarbe der Grünfläche abzugraben. Schon nach wenigen Stunden hatte der motorisierte Maulwurf ganze Arbeit geleistet. Als nächstes kommen dann die Wege mit dem grauen Muschelkalkkies weg. Und wenn die Oberflächen neutralisiert sind, kann mit der Neugestaltung begonnen werde. Bis zu 150 000 Euro hat dafür der Sponsor, Medizintechnik-Unternehmer Lars Sunnanväder, zur Verfügung gestellt. Der von Landschaftsarchitekt Albrecht Schaal aus Frankfurt am Main entworfene Plan sieht vor, dass das neu anzusäende Rasenrondell in der Mitte von verbreiterten Kieswegen gesäumt wird. Wie viel Rasen wegfällt und wie viel Kies dazukommt, das ist an den Holzpfosten ablesbar, die die Kanten markieren.

Der neue Kies wird ockergelb

Der neue Splitt wird laut Rainer Wiesenberger „farblich angepasst“: Statt grauem wird künftig ockergelbes Gestein verwendet, wie zufällig auch passend zum neuen Obertorplatz. Rasen und Wege werden künftig auch nicht mehr einfach ineinander übergehen. Die Wege werden mit Rabattsteinen eingefasst. Neu angelegt werden auch große Rosenbeete, die links und rechts außerhalb der Wege zur Villa hinführen. Und in die Mitte der zentralen Rasenfläche kommt ein großes Rundbeet. So wird dafür gesorgt, dass es im Umfeld der Villa Eugenia mehr Blütenpracht gibt als bisher.

Wie schnell die Arbeiten voranschreiten werden, hängt selbstredend davon ab, ob der Winter doch noch einbricht oder nicht. Wiesenberger verspricht aber, dass Anfang Mai, wenn die neue Villa-Saison beginnt, der Rasen grün, die Wege frisch geschottert und die Beete bepflanzt sind.

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„Tag der offenen Baustelle“ geplant


Noch nicht jedermann in Hechingen erschließt sich der Sinn der Neugestaltung des Villa-Vorplatzes in der geschilderten Weise. Deshalb plant die Stadt irgendwann im Februar einen „Tag der offenen Baustelle“, um allen Interessierten die Baumaßnahme zu erklären. Dabei sein wird auch der Autor des Parkpflegewerks, Landschaftsarchitekt Albrecht Schaal vom Frankfurter Büro grün3. hy