Boll Im Notall nicht alleine bleiben müssen

Irmgard May, langjährige Aktive aus dem Raum Hechingen, mit Brigitte Steger vom Landfrauenverband und der Referentin Heike Rau (von links).
Irmgard May, langjährige Aktive aus dem Raum Hechingen, mit Brigitte Steger vom Landfrauenverband und der Referentin Heike Rau (von links).
SWP 04.04.2013
" Der Notarzt geht - wir kommen". Über die Notfallnachsorge referierte Heike Rau vom Notfallnachsorgedienst im Kreis jetzt bei den Landfrauen.

Den Notfallnachsorgedienst (NND) mit seinen Hilfeleistungen und Aufgabenbereichen stellte Heike Rau aus Weilstetten, Leiterin des Notfallnachsorgedienstes im Zollernalbkreis jüngst beim Landfrauenverband Zollernalb in der Region Hechingen vor.

Das Einsatzgebiet von 29 ehrenamtlichen Helfern (Männern und Frauen) mit vollständiger Ausbildung umfasst die Regionen Balingen, Hechingen und Albstadt. Sie stehen Menschen in Notsituationen bei, trösten sie, hören zu und bleiben bei ihnen, wenn der Notarzt schon gegangen ist.

Wenn Todesfälle eintreten, bleiben Angehörige zurück, die oft mit der Situation nicht klarkommen. Die Notfallnachsorge hilft dabei, das soziale Netz aufrecht zu erhalten. Stirbt zum Beispiel von einem älteren Ehepaar der Partner und Kinder oder Verwandte sind nicht vor Ort, bleiben die Helfer so lange, wie es gewünscht wird oder ein Familienangehöriger eintrifft.

Ebenso bietet der Notfallnachsorgedienst nach einem Verkehrsunfall auch Unverletzten seine Hilfe an, denn vielfach beschäftigt das Erlebte die Menschen und die Problematik löst sich nur durch Betreuung. Bei der Überbringung einer Todesnachricht durch die Polizei sind immer zwei Helfer des Notfallnachsorgedienstes dabei. Sie bleiben länger und sind, so die Referentin, "Mittelsmänner zwischen der Polizei und Angehörigen".

Nicht außer Acht gelassen werden darf die Einsatzkräftenachsorge, die zum Verarbeiten der Fälle notwendig ist, weil die psychische Belastung bei Rettungskräften hoch ist. Der Notfallnachsorgedienst kann von allen Hilfsorganisationen angefordert werden. Dies war für den DRK-Kreisverband auch beim Hochwasser in Hechingen und dem Amoklauf von Winnenden der Fall.

Für Akut-Notfälle kann ein Arzt die Anweisung für das Kommen des Notfallnachsorgedienstes anordnen. Über die Rettungsleitstelle beim DRK in Balingen unter der Rufnummer 112 wird dann der Einsatz koordiniert. Das vielseitige Aufgabengebiet beinhaltet auch die zeitweilige Kinderbetreuung bei Notsituationen. Auch mit der Kriminalpolizei und verschiedenen Seelsorgern im Kreisgebiet steht der Notfallnachsorgedienst in Kontakt.

Heike Rau stellte abschließend die neue blaue Jacke der Helfer zur besseren Erkennbarkeit vor, die demnächst zur Ausstattung gehört. Bisher trugen die Helfer gelbe Jacken. Irmgard May, langjährige Aktive aus dem Raum Hechingen, stellte sie den Zuhörern vor.