Die Resonanz an der Auftaktveranstaltung des Stadtentwicklungsprojekts in der Hechinger Oberstadt war enorm. Rund 100 Menschen, darunter 80 Bewohner des Quartiers, nahmen am Dienstagabend in der Hechinger Stadthalle Museum teil. Ihre Ideen für eine bessere und lebenswerte Oberstadt waren erfrischend und teilweise sehr individuell. Aber das ist erst der Beginn eines Prozesses, der sich zukünftig vollziehen wird.

„Es ist Ihre Stadt, Ihre Lebenswelt. Wenn es gelingt, heute etwas zu bewegen, haben wir schon viel geschafft“, betonte Martin Link, Moderator der Abendveranstaltung. Er ist ehemaliger Geschäftsführer der Paritätischen Akademie Süd und des Paritätischen Bildungswerkes Baden-Württemberg. Zu seinem Erfahrungsschatz gehören die unterschiedlichsten Formate von bürgerschaftlichem Engagement. Link war daher genau der richtige Mann für diese Abendveranstaltung. Er verstand es blendend, die Interessen der Teilnehmer zu bündeln und deren Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen. Sein „Team“, das ihn dabei unterstützte, bestand aus: Jürgen Rohleder, Gesamtverantwortlicher des Stadtentwicklungsprojekts „Wir in der Oberstadt Hechingen – Lebens- und Freiräume entwickeln“, die neue Caritas-Quartiersmanagerin Claudia Stelzig, Lisa Weigert, Pflege- und Sozialmanagerin der Stadt Hechingen, sowie Elmar Schubert, Geschäftsführer des Caritasverbands für das Dekanat Zollern. Auch Dorothee Müllges, Erste Beigeordnete der Stadt Hechingen, war an dem Abendprogramm beteiligt. Wer dachte, es gäbe Vorträge und man sitze nur im Stuhlkreis herum, wurde eines Besseren belehrt. Kaum angekommen, ging es gleich zur Sache. Die Bürger der Oberstadt wurden selbst aktiv, spazierten durch den Saal und lernten sich durch Fragen des Moderators gegenseitig kennen. So positionierten sie sich zum Beispiel gemäß ihres Wohnorts oder des eigenen Alters im Raum.

Danach ging es dann richtig los: Schubert, Stelzig, Weigert, Link und Rohleder bildeten in etwa gleich große Gesprächskreise. Dabei wurden die Themenfelder, die sich bereits bei der Haushaltsumfrage (wir berichteten) herauskristallisiert hatten, vertieft. Das waren: die Mobilität und Barrierefreiheit (Link), langfristige Pflege im eigenen Zuhause (Weigert), Einkaufsmöglichkeiten (Rohleder), Ideen für Wohnkonzepte (Schubert) sowie der Generationen-Treff (Stelzig). Am Ende kamen wundervolle, kreative Ideen der Teilnehmer heraus. Sie reichen von Tankstellen für Fahrräder und Roller, einer Rolltreppe aus der Ober- in die Unterstadt, einer Markhalle, einem Einkaufsparadies, einem Lieferservice, den Pflegewohngemeinschaften bis hin zu dem Urban Gardening, einem Ausruhbänkle, den Einkaufsdiensten, der Haustierbetreuung während des Krankenhausaufenthalts und (Achtung!) einem Mittagstisch für Singles im Quartier.

„Wir versprechen Ihnen, wir werden das aufnehmen, sortieren und dokumentieren“, hob Martin Link hervor. Vielleicht werden kleine, nicht so aufwendige Ideen bereits 2019 umgesetzt. Zumindest wird das Hechinger Stadtentwicklungsprojekt ein Jahr lang durch das baden-württembergische Ministerium für Soziales und Integration mit Landesmitteln unterstützt, die durch das Sonderprogramm „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten“ möglich wurden. Die Ideen der Hechinger werden in Folgeveranstaltungen das Jahr über weitergedacht. Der nächste Termin steht auch schon fest: Es ist Mittwoch, der 3. Juli.