Hechingen HzL bepflanzt offene Waggons mit Rosen & Co.

SWP 02.04.2013
Die HzL will ihre Naturschutzpolitik ändern und ihre seitherige Praxis der "Behandlung" von bahnbegleitenden Hecken verbessern.

Wie die Naturschutzvereinigung Nabu jetzt erfuhr und selbstverständlich begrüßt, hat die Hohenzollerische Landesbahn (HzL) mit Rolf-Dieter Heck-Hege einen neuen Mitarbeiter eingestellt, der "ab sofort das angekratzte Image aufpolieren soll", wie es in einer Mitteilung des Nabu heißt. Das erste Projekt werde das Direkt-Recycling von offenen Waggons sein die nicht mehr benötigt werden. Diese sollen mit bei Bauarbeiten anfallendem magerem Bodenmaterial befüllt und mit einheimischen Sträuchern, vorwiegend Schwarz- und Weißdorn sowie Heckenrosen bepflanzt werden. Schon bald sollen diese dann von Vögeln besiedelt werden können.

Im Rahmen dieses Programms sei auch vorgesehen, die Heck-Hege-Waggons an ohnedies geplante Züge anzuhängen. Damit solle zum einen für alternative Formen der Hecken-Bewirtschaftung geworben werden, zum anderen diene dieses Verfahren der weiteren Verbreitung von Heckenbewohnern, indem diese neue Chancen für den Genaustausch auch über größere Entfernungen hinweg erhalten.

Siegfried Ostertag, Vorsitzender des LNV-Arbeitskreises und des Naturschutzbüros, lobt diese Entscheidung ausdrücklich: "Endlich kann man die beiden Wörter ,Hecken und ,HzL in einem Satz verwenden, ohne dass einem die Galle hochkommt." Auf der Nabu befürwortet das Ganze ausdrücklich. "Das eröffnet eine völlig neue Sicht auf den Begriff ,Zugvögel - ein neues Forschungsfeld", kommentiert Gert Rominger vom Nabu Hechingen die frohe Kunde über die wegweisenden Planungen von Heck-Hege.

Nach Ansicht von Landrat Günther-Martin Pauli ist das Vorhaben ein Beispiel für die Innovationskraft der mittelständischen Unternehmen im Zollernalbkreis. Auch aus Naturschutzgründen sei der Anschluss an eine Regionalstadtbahn Neckar-Alb ein absolutes Muss.