Hechingen Hundefreunde vernetzen sich durch neue BI

Egal zu welcher Jahreszeit: In Hechingen herrscht allgemeiner Leinenzwang. Hundehalter, die sich nicht daran halten, müssen Bußgelder löhnen.
Egal zu welcher Jahreszeit: In Hechingen herrscht allgemeiner Leinenzwang. Hundehalter, die sich nicht daran halten, müssen Bußgelder löhnen. © Foto: Ralf Adler
Hechingen / Melanie Steitz 09.11.2018
Die neue Bürgerinitiative „Hundefreunde Hechingen“ hat einiges vor. Allerdings gefällt das nicht jedem in der Stadt.

Hechingen hat seit Donnerstagabend eine neue Plattform: 18 Einwohner gründeten die neue Bürgerinitiative (BI) Hundefreunde. Ihr einstimmig gewählter Sprecher ist Ralf Adler, der zugleich auch Initiator der Bewegung ist. Adlerhatten die Gleichgesinnten in den „Zollerblick“ eingeladen.

Der ebenfalls bestimmte Kassenwart heißt Peter Vorrath. Er meldete sich freiwillig und wurde dann von den Anwesenden per Akklamation bestätigt. Vorrath eröffnet ein Konto für die BI „Hundefreunde Hechingen“. Auf dieses Konto darf jeder, wenn es so weit ist, die BI mit Spenden finanziell unterstützen. Sobald die Bankverbindung bekannt ist, gibt Sprecher Adler diese öffentlich bekannt.

Hauptanliegen: der Leinenzwang

Auslöser der BI-Gründung war die jüngste Vorgehensweise der Stadt Hechingen gegen Martin Klein, einen Hundehalter (wir berichteten). Dies sei der berühmte Tropfen gewesen, so Adler, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Allerdings möchte die BI sich nicht darauf reduziert sehen, Klein und seinen Hund wieder zusammenzubringen. Ganz oben auf ihrer Agenda steht der Kampf gegen den allgemeinen Leinenzwang, der in Hechingen herrscht und mit Bußgeldern sanktioniert wird. Auch unfaire Beschlagnahmungen und Wesenstests für Hunde wurden thematisiert.

Die BI um Adler versteht sich als eine Plattform unter Hundehaltern und eine Interessengemeinschaft. Sie ist daran interessiert, sich selbst zu vernetzen und mit der Stadt eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. Nützt dies alles nichts, gibt es mögliche Aktionen, die die BI-ler am Donnerstag diskutierten. Sie reichten von einer Petition an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat bis hin zum Boykott der Hundesteuer und Demonstrationen vor dem Rathaus.

Vorerst wird es aber ruhig bleiben, denn der BI-Sprecher möchte zunächst dieses Wochenende erst einmal eine Stellungnahme der BI zum allgemeinen Leinenzwang formulieren. Diese will er dann dem Bürgermeister Philipp Hahn sowie den Ratsmitgliedern zukommen lassen. Dann wird sich die Gruppe freitags alle zwei Wochen treffen, um über die weiteren Schritte zu beraten.

Auch wenn sie alle der Wille zur Veränderung eint, möchten die anderen Mitstreiter unerkannt bleiben. Denn seit Wochen ist die Stadt in Befürworter und Gegner des Leinenzwangs gespalten, und gerade das Lager der Hundehalter sei oftmals Beschimpfungen und Beleidigungen ausgesetzt. Adler hat wegen seiner offenen Haltung sogar schon eine üble Drohung per E-Mail erhalten, die der HZ-Redaktion vorliegt. Darin steht zum Beispiel: „Sie werden mich kennen lernen. Das Dumme ist nur? Sie werden es erst merken wenn es schon passiert ist.“

Kampflos möchten die Hundefreunde aber auch nicht aufgeben. Sie bezahlen schließlich die Hundesteuer und sehen es bei solchen Pflichten als ihr Recht an, irgendwo auch Räume im Innenbereich nutzen zu dürfen, wo sie ihren Hunden freien Auslauf ermöglichen können. Daher haben sie auch die BI ins Leben gerufen. „Weil der Einzelne allein nicht viel erreichen kann“, so Adler.

Weitere Hundefreunde-Mitstreiter sind gesucht. Sie können sich jederzeit unter der Mobilfunknummer 0160/15376-88 oder per E-Mail an ralf.adler@me.com melden.

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