Hechingen Humoristisches aus der Kirchengemeinde

Voll war der Saal des Bildungshauses St. Luzius beim Helferfest der Kirchengemeinde.
Voll war der Saal des Bildungshauses St. Luzius beim Helferfest der Kirchengemeinde. © Foto: privat
Hechingen / HZ 11.10.2018
Beim Helferfest der Gemeinde St. Luzius gab es viele lustige Vorschläge für die Wiederbelebung des kirchlichen Lebens.

Der Zustand der Katholischen Kirchengemeinde St. Luzius Hechingen mag kritisch sein. Erst gestern äußerte der Leitende Pfarrer in der HZ wieder seinen Kummer – und reist nun sogar auf die Philippinen, um neue Inspiration zu gewinnen. Vitalität und Heiterkeit strahlte aber das große Helferfest für alle ehrenamtlich Tätigen der Gemeinde aus. Insgesamt versammelten sich 115 Personen im großen Saal des Bildungshauses St. Luzen.

Nachdem Pfarrer Michael Knaus den Abend mit einem Impuls und einem gemeinsamen Lied eröffnet hatte, bedienten sich die Anwesenden am Maultaschen- und Salat-Buffet. Nach dem Essen kündigte Knaus den „Seelsorgeeinheitskammerchor“ an. Das Seelsorgeteam und die Pfarrsekretärinnen sangen: „Die Pfaffen rasen durch den Wald…“ – und beim Refrain sang der ganze Saal mit.

Im Anschluss präsentierte Gemeindereferentin Christine Urban nicht ganz ernst gemeinte Live-Nachrichten aus der Kirchengemeinde. Unter anderem gab es folgende Neuigkeiten: Weilheim: Neue Baugebiete werden erschlossen. Die Ortschaftsverwaltung rechnet mit einem starken Anstieg der Kinderzahlen, seit sich dieses Storchenpaar auf dem Weilheimer Kirchturm niedergelassen und eine Familie gegründet hat. Man hofft nun auf eben solch guten Nachwuchs in der Weilheimer Bevölkerung. Auch die Kirchengemeinde reagiert und bereitet sich vor. Diakon Ralf Rötzel plant bereits eine Massentaufe und äußerte sich gegenüber der Nachrichtenredaktion: Er könne jederzeit taufen. Er sei bereit.

Oder: Beuren: Touristenkirche stark im Kommen. Aufgrund des Premiumwanderwegs in Beuren wird die Kirche St. Johannes offiziell Touristenkirche. Aufgrund des möglichen Andrangs soll ein Dixi-Klo aufgestellt werden. Um auch Fußlahmen einen Einblick in die Touristenkirche zu gewährleisten, wird Pfarrer Michael Knaus persönlich das Shuttle Mobil, seinen Smart, fahren. Gemäß den katholischen allgemeinen Beförderungsrichtlinien wird im Shuttle Smart folgender Hinweis angebracht: Es ist ausdrücklich erwünscht, mit dem „Pfahrer“ zu sprechen!

Die Anwesenden waren begeistert und lachten bis zum Ende der Live-Kirchennachrichten. Danach lud Christina Bummer, Verantwortliche im Bildungshaus, alle zum Sturm auf das Nachtischbuffet ein. Der zweite Teil des Programms begann wieder mit dem Chor und dem Lied „Über den Wolken“, selbstredend mit abgeändertem Text.

Es folgte ein Sketch von Pastoralreferent Peter Duttweiler und Diakon Ralf Rötzel. Duttweiler spielte einen Fundraising-Fachmann aus Frankfurt, der den Verantwortlichen aus der Kirchengemeinde berät, wie man wieder zu Geld kommen könnte. Der Herr aus Frankfurt war der Meinung, wir alle könnten doch beiden dienen: „dem Geld und dem Mammon“. Er empfahl, das Patronat in Schlatt zu verkaufen und die Kirche St. Dionysius in St. Dialysius umzutaufen. Ein anderer Tipp: die Umgestaltung der Fürstenloge in St. Jakobus in eine Vip-Lounge mit Mini-Bar, die von den Ministranten betrieben werden könnte.

Ein weiterer Vorschlag wäre eine kostenlose „Praybackcard“. „Praybackpunkte“ gäbe es für jeden Gottesdienstbesuch, jede Beichte und jede Marienandacht. Wer 150 Punkte gesammelt hat, hat die Auswahl zwischen einem Hausbesuch des Pfarrers oder dem Premiumschnitzel beim Gemeindefest. „Die meisten nehmen das Schnitzel, die kennen den Pfarrer“.

Pastoralreferentin Ulrike Stoll-Dyma und Gemeindereferentin Christine Urban verteilten zum Abschluss noch die Preise für den diesjährigen „Kirchen-Award“. Preise gingen unter anderem an Manuela Schimminger und Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer: Für zwei abgelaufene Sohlen beim Teamausflug erhielten sie den Cinderella-Preis. Melanie Homberger bekam für eine Sehnenzerrung am Daumen nach dem Kinobesuch den goldenen Verband, und Pfarrer Thomas Koban erhielt für die nervenzerrende Gottesdienstplanung Jonglierbälle.

Zum Abschluss des gelungenen Abends sangen die Versammelten noch das Hohenzollernlied und waren sich einig in der Vorfreunde auf ein ähnlich schönes Helferfest im nächsten Jahr.

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