Sie kamen von der Schwäbischen Alb, fassten in Franken Fuß und zogen weiter bis zur Nord- und Ostsee – die Hohenzollern. Folgt man ihren Spuren „vom Fels zum Meer“, trifft man auf zahlreiche ebenso schöne wie geschichtsträchtige Orte. Am kommenden Samstag, 12. Oktober, laden etwa 15 von ihnen zum ersten internationalen Hohenzollerntag ein.

Fast 1000 Jahre lang haben die Hohenzollern die Geschicke Deutschlands und Europas maßgeblich mitbestimmt. Ihr Aufstieg begann als Grafen von Zollern im Fürstentum Hohenzollern-Hechingen, sie wurden zu Burggrafen von Nürnberg, Markgrafen von Ansbach und Bayreuth, Kurfürsten von Brandenburg, Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, Königen von Preußen und schließlich zu deutschen Kaisern. Rund 20 der Orte, die bis heute von den Hohenzollern geprägt werden, haben sich zum Netzwerk „Hohenzollern-Orte“ zusammengeschlossen.

Gemeinsam wollen sie das ihnen anvertraute Erbe erlebbar machen und daran erinnern, dass die jeweiligen Orte unabhängig von den heutigen Grenzen der einzelnen Bundesländer miteinander historisch verknüpft sind. Der Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen, unterstützt diese Entwicklung: „Die unzähligen Wirkungsstätten meiner Vorfahren begegnen einem heute in mindestens zehn europäischen Ländern. Vor diesem gewaltigen historischen und geographischen Hintergrund freue ich mich besonders, dass es sich das Hohenzollern-Netzwerk zur Aufgabe macht, diese Spuren in ein großes Bild zu setzen, um so einen der bedeutendsten Abschnitte gemeinsamer, deutscher und europäischer Geschichte erfahrbar zu machen.“

Motto: Tierisch was los“

Um die sehenswerten Stätten, die sich als „Orte einer deutschen Dynastie“ verstehen, mit ihren vielfältigen Veranstaltungen in den Blickwinkel der Öffentlichkeit zu rücken, wurde die Website www.hohenzollern-orte.de ins Leben gerufen. Nun wird ein weiterer bedeutender Schritt getan: Am 12. Oktober wird zum ersten Mal der internationale Hohenzollerntag gefeiert. Unter dem Motto „Tierisch was los“ wird in vielen der Sehenswürdigkeiten ein buntes Programm präsentiert.

Führungen zum „Ur-Wappentier“ der Hohenzollern, der „Zollernbracke“ (einem Jagdhund), zu goldenen Eichhörnchen und den Windspielen Friedrichs des Großen bietet die Burg Hohenzollern. Auf 850 Meter Höhe fällt der Hohenzollerntag mit dem „Goldenen Herbst“ zusammen, der am bevorstehenden Wochenende gefeiert wird. Ab 10 Uhr gibt den ganzen Samstag über (bis 17.30 Uhr) Gelegenheit zum „königlichen Flanieren“ und zum Besichtigen der historisch gedeckten Tafel im Grafensaal. Im Burggarten und im Burghof sind Verkaufsstände und eine Preußens-Bar aufgebaut, an der nicht nur das Bier aus dem familieneigenen Start-up-Unternehmen ausgeschenkt wird, sondern auch „Wetzel-Saft“ aus Kaiser-Wilhelm-Äpfeln. Kinder können Tiermasken basteln, sich schminken lassen, sich an den riesigen Seifenblasen von Klausi Klücklich oder an den im Burghof tanzenden „Herbstriesen“ erfreuen. Im Rahmenprogramm gibt es Auftritte der Volkstänzer aus Frommern, der „Heiligen 3 Zemmerner“ und der Märchenerzählerin Sigrid Maute.

Attraktionen an vielen Orten

Besondere Angebote gibt es – unter anderem – auch im Hohenzollerischen Landesmuseum in Hechingen und im Hohenzollernschloss in Sigmaringen (siehe Info-Kästen), auf Schloss Stolzenfels in Rheinland-Pfalz, im fränkischen Heilsbronn, in Rothenburg ob der Tauber, auf der Plassenburg in Kulmbach, in der Markgräflichen Residenz Ansbach und im Neuen Schloss von Bayreuth. Im niederländischen Kasteel Amerongen wird mondänen wie lästigen tierischen Bewohnern ebenso gedacht wie einer großen Tierschützerin.

Fotowettbewerb auf Instagram

Begleitet wird der Hohenzollerntag von einem Fotowettbewerb auf Instagram. Unter dem Hashtag #MeinHohenzollernOrt können bis zum 20. Oktober Fotos zu den auf der Website genannten Orten gepostet werden. Unter den Teilnehmern werden Preise verlost.

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Burg Hohenzollern/Potsdam

Rettungshundestaffel im Landesmuseum


Ein tierisches Programm vorbereitet hat für diesen Samstag, 12. Oktober, auch das Hohenzollerische Landesmuseum in Hechingen. Geöffnet ist das Museum von 14 bis 17 Uhr. In dieser Zeit können die Besucher mit Hilfe eines eigens entworfenen Begleitblattes Tiere suchen, die auf Bildern, Statuen und anderen Objekten im Museum auftauchen. „Da findet man Hunde ebenso wie einen Steinbock oder eine Fliege“, verrät Museumsleiter David Hendel. Alternativ bietet Hendel um 14.15 und um 15.45 Uhr Führungen zum Thema „Tiere“ an, die eine halbe Stunde dauern.

Zu Gast ist an diesem Nachmittag im und vor dem Museum die Rettungshundestaffel Zollernalb. Diese bietet um 15 Uhr und um 16.30 Uhr Vorführungen zum Thema „Vom Familien- zum Rettungshund” an. Während der gesamten Öffnungszeit gibt es einen Infostand, Hundestreicheln, Schnüffelstationen und Suchspiele mit den Hunden für Klein und Groß. Für den kleinen Hunger zwischendurch bietet das Museumsteam Kaffee und Kuchen sowie Brezeln und allerlei Getränke an.

Jagdtrophäen auf Schloss Sigmaringen


Das Hohenzollernschloss in Sigmaringen ist am Samstag, 12. Oktober, ebenfalls mit von der Partie – und zwar mit einer Themenführung unter dem Motto „Wild auf Geschichte“. Sie berichtet davon, wie jede Epoche ihre lukullischen Spuren hinterlassen hat. Das Genusswandeln durchs Schloss vereint auf unterhaltsame Weise Tischkultur und Amüsantes mit dem Alltag eines Fürstenhauses.

Viele Exponate zeugen von der Jagd-Tradition. Am deutlichsten spürt man diese hohenzollerische Passion in der Hubertushalle. Hunderte Wildpräparate schmücken dort die hohen Wände. Erlegt wurden die Tiere allesamt von Friedrich Fürst von Hohenzollern (1891-1965). Gewaltige Hirschgeweihe und Gamskrickel erzählen Geschichten von Waidmannsheil und Waidmannslust. Abgerundet wird die Führung mit einem Josefsluster Kräuterlikör. Die Führung findet um 11 Uhr und um 16 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an besichtigung@hohenzollern.com oder telefonisch unter 07571/729-230

Die Burg: Nur noch ein paar Tage ohne Gerüst


„So schön wie jetzt wird unsere Burg für lange Zeit nicht mehr zu sehen sein“, sagt Burgverwalterin Dr. Anja Hoppe. Denn jetzt beginnt sie, die große, viele Millionen schwere Sanierung der Burg Hohenzollern, die sich über einen Zeitraum von wahrscheinlich mehr als zehn Jahre erstrecken wird. „Bis alles fertig ist, kann ich die Schlüssel wahrscheinlich an meinen Sohn übergeben“, sagt der Burgherr, Georg Friedrich Prinz von Preußen. Was die Schönheit der Burg beeinträchtigt: Schon in wenigen Tagen wird das erste Gerüst aufgebaut. Offizieller Baubeginn ist am kommenden Mittwoch, 16. Oktober. hy