Hechingen Ausstellung zeigt Hohenzollern hoch drei

Genau hinschauen lohnt sich, auch für Stadträtinnen und Landkreisdezernenten: Hochinteressante Exponate sind in der Ausstellung „Hohenzollern: Burg, Adelshaus, Land“ zu sehen.
Genau hinschauen lohnt sich, auch für Stadträtinnen und Landkreisdezernenten: Hochinteressante Exponate sind in der Ausstellung „Hohenzollern: Burg, Adelshaus, Land“ zu sehen. © Foto: Diana Maute
Hechingen / Diana Maute 19.07.2018
Eine Ausstellung im Hechinger Landesmuseum beleuchtet „Burg, Adelshaus, Land“ und eröffnet besondere Einblicke in die Geschichte der Region.

Hohenzollern – bei diesem klangvollen Namen hat man unwillkürlich die Burg vor Augen, die seit Jahrhunderten stolz auf ihrem Berg thront. Dahinter steht aber auch das gleichnamige Adelsgeschlecht, das eine der bedeutendsten deutschen Dynastien darstellt. Und nicht zuletzt sind es die Bewohner selbst, die sich Hohenzollern nennen und für die in diesem Begriff vor allem eines mitschwingt: Das Gefühl von Heimat. Die neue Sonderausstellung im Landesmuseum befasst sich mit allen Facetten Hohenzollerns. Zahlreiche Exponate lassen einen Blick in die Vergangenheit zu und ermöglichen es, tief in das einzutauchen, was die Geschichte von Burg, Adelshaus und Land ausmacht.

Bürgermeister Philipp Hahn begrüßte zur Eröffnung ein großes Publikum, darunter Landrat Günther-Martin Pauli und viele weitere Ehrengäste. „Uns erwartet eine Ausstellung, die in Kooperation des Staatsarchivs Sigmaringen, des Hohenzollerischen Geschichtsvereins und des Hohenzollerischen Landesmuseums entstanden ist“, freute er sich über ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt. „Nehmen Sie sich die Zeit und Muße, die das landeskundliche Thema erfordert und lassen Sie die Faszination unserer Landesgeschichte auf sich wirken“, empfahl Hahn.

Der neue Leiter des Hohenzollerischen Landesmuseums im Alten Schloß, David Hendel, hat den Aufbau der Ausstellung, die bereits in Sigmaringen zu sehen war, in Hechingen begleitet. Mit Originalexponaten in Berührung zu kommen, sei eine Besonderheit. „Die kleinen Geschichten, die dahinter stecken, fügen sich zur Geschichte der Hohenzollern zusammen“, unterstrich er. Der Reiz der Schau liege vor allem darin, dass sie sowohl für Laien als auch für Fachleute interessant sei.

Dr. Volker Trugenberger, Leiter des Staatsarchivs Sigmaringen und Vorsitzender des Geschichtsvereins, erläuterte, dass sich 2017 gleich drei besondere Ereignisse zum 150. Mal jährten: Die Einweihung des historistischen Wiederaufbaus der Burg Hohenzollern, die Einweihung des Fürstlich Hohenzollernschen Museums in Sigmaringen und die Gründung des Hohenzollerischen Geschichtsvereins. All dies stehe in engem Bezug zu Burg, Adelshaus und Land Hohenzollern, den Begriffen des Ausstellungstitels.

Die Gliederung der Schau richtet sich nach diesen drei Kategorien. Die erste befasst sich mit der Geschichte der Burg, die, wie Trugenberger erläuterte, „drei Epochen erlebte.“ Eines von vielen hochinteressanten Exponaten stellt hier die originale Druckplatte eines Merian-Stiches dar. Mit dem Adelshaus, das 1061 erstmals schriftlich erwähnt wurde, befasst sich der zweite Teil. Kleine Kostbarkeiten wie eine Miniatur der Fürstin Amalie Zephyrine oder ein Aquarell des Parks in Inzigkofen seien für ihn „persönliche Lieblingsstücke“, erklärte Trugenberger. Handschriftliche Urkunden, wie etwa ein Ehevertrag, liefern ebenfalls ein interessantes Bild der Zeit.

Die dritte Abteilung macht die politische, wirtschaftliche und kirchliche Geschichte der Hohenzollerischen Lande nachvollziehbar. Ein großer Teil widmet sich hier der Bevölkerung, die einst hauptsächlich von der Landwirtschaft lebte. Fotografien und Exponate wie eine Flachsbreche und ein Hemd aus dem Stettener Heimatmuseum zeugen davon. „Im Gegensatz zu Sigmaringen wird in Hechingen die Hohenzollerische Geschichte noch hochgehalten“, lobte Trugenberger.

Für die treffliche musikalische Umrahmung der Vernissage sorgte ein Klarinettenensemble der Jugendmusikschule Hechingen und Umgebung, das unter der Leitung von Bernd Holtmann mit reizvollen Melodien aufwartete.

Info Die Ausstellung im Hohenzollerischen Landesmuseum im Alten Schloß Hechingens ist bis zum 14. Oktober mittwochs bis sonntags sowie an Feiertagen jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen: 22. Juli, 12. August, 2. und 23. September, 14. Oktober, jeweils um 14.30 Uhr. Anmeldung unter der Telefonnummer 07471/940188.

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