Hechingen Hans Wolf hofft auf einen Jahrhundertwein

Hechingen / Von Sabine Hegele 13.10.2018

Hans Wolf strahlt über das ganze Gesicht: Hinter dem Hobbywinzer mit eigenem Weinberg in Jechtingen am Kaiserstuhl liegt eine höchst erfolgreiche Weinlese. Seine Mitstreiter und er hoffen gar auf einen „Jahrhundertwein“. Zumindest hat Winzer Hubert Gerhart den Bollemer wissen lassen: „Einen solchen Jahrgang erleben wir nicht mehr.“

Schon die nackten Zahlen lassen erahnen, dass Hans Wolf und seine Winzerfreunde recht haben könnten: Nach einem „kleinen 2017er-Jahrgang“, der dem Weinbauer aus Boll lediglich 340 Kilogramm Spätburgunder mit einem Öchsle-Grad von 98 (was einer Spätlese entspricht) und 228 Kilogramm Gewürztraminer mit 99 Grad Öchsle (Spätlese) einbrachte, gab der Spätburgunder in diesem Herbst 620 Kilogramm aus – mit 109 Grad Öchsle! Dazu kamen sagenhafte 1403 Kilogramm beim Gewürztraminer – hier mit 105 Grad Öchsle. In beiden Fällen also Auslese-Qualität.

Was machte dieses Jahr zu einem solch guten Weinjahr? Im Frühjahr hatte es ausreichend geregnet, gefolgt von ganz viel Wärme in den Sommermonaten. Die Trockenheit war für Hans Wolf kein Problem – sein Weinberg wird über eine Bewässerungsanlage versorgt. Schwieriger hatten es da jene Winzer, die keine solche Anlage haben: „Sie mussten viel Wasser fahren.“

Gut tat den Reben außerdem, dass zur Zeit der Lese nachts ­bereits frische Temperaturen herrschten: „So blieben die ­Trauben knackig.“ Im Jahrhundertsommer 2003 war das ein bisschen anders. Auch damals glaubten die Winzer an einen Jahrhundertwein, den es schließlich doch nicht gab, weil der Weißwein zu wenig Säure entwickelte. „Das wird“, ist Hans Wolf überzeugt, „dieses Jahr nicht der Fall sein“.

Das gute Ergebnis der Lese in diesem Jahr hat den Winzern also volle Tanks beschert. Das wiederum hat den Vorteil, dass man den Rotwein länger lagern kann –
was die Qualität nochmals steigert. Hans Wolf jedenfalls freut sich schon heute auf sein erstes Glas HaWos Roter des Jahrgangs 2018.

Kleiner Ertrag – gute Qualität

Das vergangene Jahr brachte den Winzern nur kleine Erträge. Warum? Von Mai bis Juli hatte es viel geregnet, was zu Pilzbefall führte. Zwar taten die Winzer, was sie konnten, um ihre Trauben zu „retten“, doch blieb zuletzt nur noch wenig an den Reben hängen.

Einziger Trost: Es folgte ein guter Sommer, der dem Wein wenigstens eine gute Qualität bescherte.

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