Hechingen Hoffen auf Spannung in der Bundesliga

An diesem Freitagabend startet die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim in die Saison 2018/19.
An diesem Freitagabend startet die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim in die Saison 2018/19. © Foto: Archiv
Hechingen / Sabine Hegele 24.08.2018
Was bringt die neue Bundesligasaison? Nichts wirklich Neues, glauben die Experten aus der Region.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland war ein Trauerspiel für die deutsche Nationalelf. Inzwischen ist deren blamables Ausscheiden bereits nach der Vorrunde aber kaum mehr ein Thema – dafür ist der Start der Bundesligasaison 2018/19 ins Zentrum des Fan-Interesses gerückt. Natürlich auch bei den Fußball-Verantwortlichen und -Trainern in der Region. Die HZ sprach mit ein paar von ihnen, und bekam auf die Frage, wer heuer wohl das Rennen um den Titel macht, eine eindeutige Antwort: der FC Bayern München, wer sonst. Bemerkenswert dabei: Selbst die Sympathisanten des Rekordmeisters würden sich mehr Spannung in der Bundesliga wünschen. Allein, bringt es Axel Wiesner, Vorsitzender des FC Hechingen, auf den Punkt: „Die Bayern sind einfach zu stark für den Rest – so leid mir das auch tut.“ Und, ergänzt er: „Mehr Spannung auf Bestellung – das geht halt nicht.“

Dass die Bajuwaren mit Niko Kovac einen neuen Trainer und eventuell noch nicht zur Gänze zueinander gefunden haben, hält Wiesner für unproblematisch: „Kovac weiß aus seiner Erfahrung als Spieler, wie’s in München läuft, und sein Team, was von ihm erwartet wird.“ Mehr Probleme sieht der FC-Chef in der Personalie Kovac mit Blick auf die Eintracht aus Frankfurt, denn die hat der Kroate in der vergangenen Saison erfolgreich geführt – „und ein Stück weit geprägt“. Damit nicht genug, haben die Hessen mit Kevin-Prince Boateng auch noch einen Leistungsträger ziehen lassen müssen. Da ist für Axel Wiesner klar: „Frankfurt wird in der neuen Saison zu kämpfen haben.“

Am Ende der Tabelle sieht er die Eintracht aber nicht. Schon eher Wolfsburg und Hannover und – „weil’s Aufsteiger immer schwer haben“ – Nürnberg und Düsseldorf.

Und wer könnte den Bayern wenigstens ansatzweise Paroli bieten? Vorneweg Schalke („der S04 könnte, sollte es in München mal kriseln, vielleicht sogar für eine Überraschung gut sein“), außerdem Leverkusen, Hoffenheim, natürlich seine Gladbachern – und Dortmund. Der Borussia traut er schon deshalb einiges zu, weil die mit Lucien Favre einen Trainer verpflichtet haben, von dem er sehr viel hält. Und der, glaubt Wiesner, „mit Matthias Sammer ein gutes Team bildet“. Ein Letztes noch: An diesem Freitag trifft der FC Bayern im Eröffnungsspiel auf die TSG Hoffenheim. Wer gewinnt? Der FC-Chef tippt auf ein 1:1.

Kathin Strobel, Spielertrainerin der Frauenmannschaft des TSV Stetten (Hechingen), wäre als Bayern-Fan ein Sieg lieber – allerdings geht sie davon aus, dass das Spiel nur „knapp“ zu Gunsten ihres Lieblingsvereins ausgehen wird. Nicht etwa, weil sie an Lewandowski, Müller &Co. zweifelt, sondern weil sie viel von Julian Nagelsmann und dessen Hoffenheimern hält. Gespannt ist Kathrin Strobel, die über ihr Fußball-Idol Mehmet Scholl Fan des Rekordmeisters wurde, aber vor allem darauf, ob das Team von Niko Kovac dessen Ankündigung einer taktischen Neuausrichtung bereits zum Bundesligaauftakt auf den Platz bringen kann.

Neben Bayern München vorne mitspielen können nach Meinung der Stettener Spielertrainerin der FC Schalke 04, Leverkusen, Dortmund – und eben Hoffenheim. Nicht mehr so stark wie in der vergangenen Runde erwartet sie die Frankfurter Eintracht: „Kovac hatte ein gutes Händchen für das Team. Nach dessen Weggang werden es die Hessen schwer haben.“ Eher noch „unbeschriebene Blätter“ sind für Kathrin Strobel die Aufsteiger Nürnberg und Düsseldorf. „Da muss man erstmal schauen, wie die sich entwickeln.“

Eine gute Entwicklung genommen hat in der jüngeren Vergangenheit der VfB Stuttgart, findet die Fußballerin. Eine sehr gute sogar, weshalb die Elf von Tayfun Korkut „vielleicht sogar auch ein Kandidat für vorne ist“.

Das sieht Andreas Dockhorn, neuer Trainer des 1. FC Burladingen, nicht anders: „Dem VfB trau’ ich einiges zu. Vielleicht kann er sogar an der Europa League kratzen.“ Die Zukunft seiner Eintracht sieht der Frankfurt-Fan nicht ganz so rosig: „So erfolgreich wie zuletzt wird es in der neuen Saison nicht laufen, aber ein gesicherter Mittelfeldplatz sollte schon drin sein.“ Mehr Probleme werden nach Meinung des 31-Jährigen neben den Aufsteigern aus Nürnberg und Düsseldorf der VfL Wolfsburg, Mainz und Augsburg haben.

Und was tut sich vorne? „Bayern“, sagt Dockhorn“ „ist zu stark für die anderen Clubs“. Höchstens Schalke, Dortmund und Hoffenheim (denen er zum Liga-Auftakt ein 2:2 in der ­Allianz-Arena zutraut) können da seiner Einschätzung nach den Anschluss halten. Spannung also nur im Kampf um die Europa-League-Plätze und gegen den Abstieg? „Ja, so wird’s kommen“, bedauert der Neu-Burladinger Andreas Dockhorn.

Da ist sein Trainerkollege Birkan Madran aus Rangendingen ganz bei ihm – wobei er sich als Bayern-Fan natürlich über jeden Sieg der Münchner freut und fest an den nächsten Titelgewinn glaubt. Trotzdem räumt auch er ein: „Vorne mal wieder ein bisschen mehr Spannung, das würde selbst ich mir wünschen.“ Doch glaubt er eher nicht daran. Einzig in den Teams aus Dortmund, Schalke und Hoffenheim sieht er eine ernstzunehmende Konkurrenz für seinen Lieblingsclub. Wenn’s seiner Meinung nach an diesem Freitagabend dennoch nicht für einen Sieg der Elf aus dem Rhein-Neckar-Kreis reicht. Sein Tipp fürs Auftaktspiel: 2:1.

Weniger reißen wird, da ist sich der Stürmer Birkan Madran sicher, Eintracht Frankfurt: „So ’ne Runde wie die letzte wird’s für die Hessen nicht mehr geben“ – weil Niko Kovac jetzt die Münchner trainiert, und sich das durchaus erfolgversprechend angelassen hat.

Noch schwerer werden es Düsseldorf, Wolfsburg, Augsburg und ` – befürchtet der Rangendinger Spielertrainer – der SC Freiburg haben. Den Aufsteiger aus Nürnberg schätzt er da stärker ein. Und noch besser den VfB Stuttgart: „Wenn’s gut läuft, reicht es den Schwaben vielleicht sogar für Europa.“

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