Hechingen Hochwertige Öko-Kinderwäsche aus Schlatt

Textilproduktion nach altem Herkommen: Bürgermeister Philipp Hahn ließ sich von Rico Schauwecker (rechts) durch den Schlatter Betrieb führen.
Textilproduktion nach altem Herkommen: Bürgermeister Philipp Hahn ließ sich von Rico Schauwecker (rechts) durch den Schlatter Betrieb führen. © Foto: Thomas Jauch
Schlatt / swp 11.10.2018
Produkt: Okö-Kinderwäsche, Mitarbeiterzahl: 23, Standort: Schlatt. Das ist die Firma Schauwecker Naturtextil GmbH.

Viel ist nicht geblieben von der einst blühenden Textilindustrie im Südwesten. Nur noch fünf Prozent der in Deutschland verkauften Textilien werden auch in Deutschland produziert. Zu diesen Produzenten gehört die Firma Schauwecker Naturtextil GmbH in Schlatt. Bürgermeister Philipp Hahn hat den kleinen,  aber feinen Bekleidungshersteller in der Killertalstraße besucht.

Geschäftsführer Rico Schauwecker kommt ins Schwärmen, wenn er von seinen Produkten berichtet: Hergestellt wird vor allem hochwertige Baby- und Kinderwäsche aus Naturfasern. Verarbeitet wird Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau und Merinowolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung: Letztere wird auch mit einem Seidenanteil vermischt. Die Öko-Kleidungsstücke sind bunt – beim Färben und der Textilausrüstung wird ebenfalls auf  ökologische Materialien wert gelegt.

Die Produktion findet zum Großteil in der Firma Schauwecker statt, zum Teil wird in Lohnbetrieben auf der Alb zugearbeitet. Eine Produktion von über 20 000 Teilen am Tag ist keine Seltenheit. Stolz ist Rico Schauwecker auch auf seine 23-köpfige Belegschaft, denn auch im Textilbereich sind gute Arbeitskräfte schwer zu finden. Der Chef ist Bekleidungsproduzent in dritter Generation. Der Großvater produzierte in Jungingen Herrenunterwäsche mit zeitweilig 300 Mitarbeitern, der Vater und gelernte Textiltechniker Rolf Schauwecker begann 1988 mit der Produktion von zertifizierter Naturwäsche. Rolf Schauwecker ist für die Technik zuständig, während Sohn Rico das Kaufmännische abdeckt.

Die Preise für die Naturprodukte variieren, der Rohstoff wird knapper. Wegen des Klimawandels ist die Wollproduktion in Neuseeland zurückgegangen, von wo die Firma Schauwecker importiert. Wolle von der Alb wird nicht verarbeitet: Es gibt viel zu wenig. Rund 38 000 Schafe, so hat es Rico Schauwecker berechnet, würden benötigt, um den Firmenbedarf zu decken.

Info Vertrieben werden die Öko-Kleidungsstücke durch die Firma Cosilana. Zu haben sind sie im biologisch orientierten Facheinzelhandel und bei Versandhändlern.

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