Stetten a.k.M Hipp jetzt Ehrenbürger

Für Lacher sorgte der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Pierre Caudrelier (links). Jeder "Dragoner" werde bei seinem Ausscheiden mit einer "Musette", also einem "Futtersack" bedacht, der alles enthalte, was ein aufrechter Franzose zum Überleben nach Dienstende brauche. Der scheidende Stettener Bürgermeister Gregor Hipp (rechts) nahm's heiter erfreut entgegen.
Für Lacher sorgte der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Pierre Caudrelier (links). Jeder "Dragoner" werde bei seinem Ausscheiden mit einer "Musette", also einem "Futtersack" bedacht, der alles enthalte, was ein aufrechter Franzose zum Überleben nach Dienstende brauche. Der scheidende Stettener Bürgermeister Gregor Hipp (rechts) nahm's heiter erfreut entgegen. © Foto: Susanne Grimm
Stetten a.k.M / SUSANNE GRIMM 31.03.2015
Mit einer beeindruckenden Feier haben die Gemeinde Stetten a.k.M., die Vereine, der Wirtschaftsverbund, die Bundeswehr und der Landkreis Sigmaringen Bürgermeister Gregor Hipp verabschiedet.

Der gebürtige Ringinger Gregor Hipp und seine Familie konnten nur staunen, was die einzelnen Institutionen ihm zu Ehren auf die Beine gestellt hatten. Eine riesige, mehr als 800 Personen umfassende Gästeschar brachte die Alemannenhalle fast an die Grenze ihrer Kapazität.

Das Streichorchester "Collegium Musicale" eröffnete das rund vierstündige Programm. Bürgermeister-Stellvertreter Adrian Schiefer würdigte Hipp als Weitsichtigen, der Trends und Gefahren frühzeitig erkannte und mahnte, immer das Ganze im Auge zu behalten. Auch Bürgermeister-Stellvertreter Günther Töpfer sparte nicht mit Lob und Bewunderung. Denn 24 Dienstjahre hätten sowohl in Stetten als auch bei Gregor Hipp "sichtbare Spuren hinterlassen". In die inneren Spuren habe das Gemeindeoberhaupt nur ganz wenigen Vertrauten Einblick gegeben, die in Stetten hinterlassenen Spuren hätten jedoch der Heuberggemeinde einen für jedermann sicht- und spürbaren Stempel aufgedrückt. Die Rathaustreppe, der Bürgerpark oder die Gemeinschaftsschule seien hierfür nur wenige Beispiele.

Töpfer umriss eindrucksvoll die vergangenen 24 Jahre, in der das Gemeindeoberhaupt, seine Räte und die Verwaltung eins ums andere Mal in die Achterbahn der Umstände und des Schicksals steigen mussten. Töpfer erinnerte an die große Konversion und die mehrfachen Strukturreformen der Bundeswehr. Im Namen des Gemeinderats zeichnete Töpfer Gregor Hipp mit der Ehrenbürgerschaft aus.

Dank Gregor Hipps Hartnäckigkeit, seiner Sparsamkeit, seines Muts und seines Kampfgeistes "war er der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort", befand der Vorsitzende des Fördervereins Attraktive Region Stetten a.k.M., Fritz Pfeiffer. Er sprach im Namen aller 70 Stettener Vereine, die dank des Bürgermeisters "gute bis optimale Bedingungen" hätten, um ihre Vereinstätigkeiten auszuüben. "Er ist halt ein richtiger Älbler", befand die Sigmaringer Landrätin Stefanie Bürkle. Mit seiner Beharrlichkeit habe er in den Jahren seiner Amtszeit für Stetten sieben Millionen Euro aus dem Ausgleichsstock erwirkt. Seine Sparsamkeit sei sprichwörtlich, denn er habe unter anderem von den einst 22 Rathausmitarbeitern nur noch acht belassen. "Er hätte sogar seinen Kämmerer wegrationalisiert, wenn wir ihn gelassen hätten", sagte Bürkle schmunzelnd.

Schwenningens Bürgermeister Herbert Bucher, mit dem Hipp eine fast gleichlange Amtszeit samt Verwaltungsgemeinschaft der Rathäuser verbindet, dankte Hipp "für deinen erfolgreichen Kampf um die Bundeswehr". Denn davon würden alle umliegenden Orte profitierten. Zu den weiteren Laudatoren gehörten der Standortälteste Oberstarzt Hansjörg Friedrich und Schulleiter Hans-Jörg Kraus. Für die Teilorte sprach Frohnstettens Ortsvorsteherin a.D., Margarete Bantle.

Zwischen den Rednern brachten die Stettener Musikvereine jeweils ein ganz auf Gregor Hipp abgestimmtes Ständchen. Mit dem Hit "Ich wollte Dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für uns bist" verabschiedeten die "Glory-Fires" den Schultes. Auch der Männergesangverein hatte das Lied "Bajazzo" für Hipp umgetextet und ihn vor den viel schlimmeren häuslichen Verpflichtungen gewarnt, die jetzt auf ihn als Pensionär zukommen.