Hechingen Kinder brauchen Frieden hat viel bewegt

Im 25. Jahr seines Bestehens ist der Verein „Kinder brauchen Frieden“ gut aufgestellt. Der Vorsitzende Jürgen Müller (Zweiter von links) kann auf ein engagiertes Team zählen.
Im 25. Jahr seines Bestehens ist der Verein „Kinder brauchen Frieden“ gut aufgestellt. Der Vorsitzende Jürgen Müller (Zweiter von links) kann auf ein engagiertes Team zählen. © Foto: Diana Maute
Hechingen / Von Diana Maute 02.05.2018
Der Hechinger Hilfsverein „Kinder brauchen Frieden“ konnte 2017 wieder viel bewegen.

Bereits ein Kind, das wieder lachen kann, lohnt jede Mühe – das weiß niemand besser als die Mitglieder der Hechinger Hilfsorganisation „Kinder brauchen Frieden“. Auch 25 Jahre nach seiner Gründung leistet der Verein unermüdlich da Hilfe, wo sie dringend gebraucht wird.

In der Hauptversammlung am Samstag, die im Gasthaus „Fecker“ stattfand, zeigte sich, dass viele junge Mitglieder bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich im Vorstand zu engagieren. Dies dürfte Conny Bierlmeier, der Frau des verstorbenen Vereinsgründers Michael Bierlmeier, ihre Entscheidung, aus privaten Gründen nicht mehr für ein Vorstandsamt zu kandidieren, etwas erleichtert haben. Im Projektteam Sri Lanka wird sie aber weiterhin aktiv sein.

Einen Tag vor seiner Wahl zum Hechinger Bürgermeister konnte Philipp Hahn, der schon länger Mitglied im Verein ist, als neuer Schirmherr gewonnen werden. „Das ist für mich eine große Ehre“, betonte er. „,Kinder brauchen Frieden’ leistet Hilfe, die ankommt“, dankte Hahn allen Engagierten.

Einblick in die Finanzen gab Kassierer Matthias Holzmann. Wie aus seinem Bericht hervorging, sind die Mitgliedsbeiträge stabil, auch in Sachen Spenden und Patenschaften kann der Verein auf treue Unterstützer bauen. Insgesamt konnten 2017 Einnahmen in Höhe von rund 259 000 Euro erzielt werden. Da die Verwaltungskosten minimal sind, fließt fast alles direkt in die  Hilfsprojekte.

Bildreich und mit viel persönlicher Anteilnahme berichteten die Teammitglieder über die Entwicklungen der verschiedenen Projekte. Im „Breza-Haus“ in Kroatien leben laut Heidi Winz derzeit 15 missbrauchte Mädchen. Außerdem kümmert sich der Verein um sozial schwache Familien und lässt nichts unversucht, ihnen den Alltag so gut wie möglich zu erleichtern.

In Ruanda unterstützt „Kinder brauchen Frieden“ das Buschkrankenhaus der Medizinerin Dr. Uta Düll. Alleine im vergangenen Jahr konnten hier 80 Kinder mit Hydrocephalus-Syndrom erfolgreich operiert werden. Dies rettet den Kindern das Leben und ermöglicht ihnen gute Entwicklungschancen. Finanziert wird in Ruanda auch ein Ernährungszentrum.

Ein herber Rückschlag war vor einigen Jahren die Schließung des Kinderdorfes in Kigali durch die Regierung, die die Kinder in teils bettelarmen Familien untergebracht hat. Für sie setzt sich der Verein unter anderem durch Familienpatenschaften mit aller Kraft ein. Ebenso wie für ein Flüchtlingscamp, in dem bittere Armut herrscht. Bestürzt sind die Helfer auch über die prekäre Situation im Kongo, wo ein Ernährungszentrum in Goma unterstützt wird, das von Ordensschwestern betrieben wird.

Über Bulgarien informierte Jürgen Müller, der über das Krisenzentrum für Mädchen sowie die Schulen berichtete, in denen Mahlzeiten für Kinder aus armen Familien finanziert werden. Die Freude über die Hechinger Weihnachts-Schuhspendenaktion sei hier unbeschreiblich groß gewesen.

Wie in allen Projekten ist auch in Sri Lanka Bildung der Schlüssel für ein besseres Leben. Unterstützt werden eine Taubstummenschule, eine Blindenschule sowie ein Familiendorf, wie Conny Bierlmeier und María Dolores Fernández berichteten. Patenschaften für Schüler bewirken hier viel Gutes.

Große Vorfreude herrscht im Hinblick auf das Fest zum 25-jährigen Jubiläum von „Kinder brauchen Frieden“, das am Samstag, 15. September, in der Hechinger Stadthalle „Museum“ gefeiert wird. Erwartet werden Gäste aus aller Welt, denn neben den Schirmherren werden auch die Projektleiter an dem Fest teilnehmen.

An der Spitze steht Jürgen Müller

Die Wahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender ist Jürgen Müller, der den Verein seit dem vergangenen Jahr kommissarisch geleitet hat. Zu seiner Stellvertreterin wurde María Dolores Fernández gewählt. Kassierer ist Tobias Schwarz, Florian Hofmann übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit. Mitgliederverwalter bleibt Heinz Wolfram. Als Kassenprüfer fungieren weiterhin Dennis Meßmer und Manfred Bensch. Beisitzer sind Michael Eberhard, Matthias Holzmann, Heidi Winz und Daniel Eckenweiler.

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